Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Ölschwemme noch Fiktion

Die gute Meldung war gestern eine Einschätzung von US-Vize-Präsident Dick Cheney, der die volle Förderfähigkeit des Iraks von 2,5 bis 3 Mio. Barrel Rohöl bis zum Jahresende vorhersagt. Auf Grund seiner Vergangenheit als Ölmanager sollte der Mann wissen, wovon er redet.

Die schlechte Meldung kam von den Ölauguren im API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy). Sie zeigten mit ihren Zahlen zu den US-Ölvorräten, dass die Versorgung weiter auf knapper Rille geführt wird. Statt Zuflüsse beim Rohöl wurden Abflüsse gemeldet. Die Vorräte liegen lediglich 2,2% über ihren historischen Tiefstständen vor einem Monat. Heizöl und Diesel markieren mal wieder ein neues Tief und wiesen nur vor drei Jahren etwas geringere Mengen auf. Die Summe aller Produkte hat sich bisher nur um 1,1% über das historische Tief von Mitte März erheben können. Die Zahlen trafen die Ölwelt vollkommen unerwartet. Man rechnete mit einer deutlichen Zunahme der Vorräte. So ist es nur logisch, dass die Notierungen gestern anzogen.

Wo der Widerspruch zwischen der von der OPEC diagnostizierten Überproduktion und der durch die Lagerwerte dargestellten zu knappen Produktion liegt, vermag bisher niemand schlüssig zu sagen. Die Seetransporte, die 4 bis 8 Wochen benötigen, können kaum der Grund sein, denn die hohe Produktion Saudi Arabiens läuft bereits über Monate.

Ins Zentrum der Themen für die Preisbildung rücken nun wieder reale Versorgungszusammenhänge. Der Krieg mit seiner von Psychologie dominierten Komponente kann für die Preisbildung als erledigt angesehen werden. Derzeit sieht es so aus, als sei ein mittelfristiges Preistief durchlaufen. Abermals deutet sich an, dass die Preise entlang einer Aufwärtslinie, die im November 2001 beginnt, geführt werden. Wir haben diese Linie im 36-Monats-Chart für Rohöl dargestellt.

Heute Morgen ist Gasöl etwas teurer als gestern. Die Tonne kostet 234$.

Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Sie haben den Tiefpunkt vom 4. April deutlich überschritten. Dennoch halten wir die Preise immer noch für sehr gut. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass man mit einem Kauf auf dem aktuellen Niveau kaum etwas falsch machen.

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