Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Über den Berg

Die Zahlen über die US-Lagerbestände kamen gestern sehr spät heraus. Sie konnten sich noch nicht voll in den Preisen entfalten. Da sie besser als erwartet ausfielen ist damit zu rechnen, dass die Preise heute nachgeben werden. Der Dollar etabliert seinen unerwarteten Aufwärtstrend zum Euro.

Die in den letzten Tagen auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführenden Produktionsprobleme sind weitgehend überwunden. Lediglich der Irak kämpft fast aussichtslos um die Aufrechterhaltung der Lieferungen. Andauernder Terror lässt die Bemühungen fast aussichtslos erscheinen. Allerdings war die Fördersituation im Dezember mit knapp 2 Mio. Barrel pro Tag besser als im Vormonat.

Preistreibend geht das Wetter ein. Es ist kalt geworden. Die vorangegangenen Prognosen sahen allerdings noch tiefere Temperaturen vor. Daher kann auch dieses Aufwärtspotential zunächst als ausgereizt eingestuft werden.

Die genannten Umstände unterstützen die Annahme, dass 50$ für das Barrel US-Rohöl eine Umkehrmarke seien. Ohne außergewöhnliche Einflüsse sollten sich die Preise nun wieder zurückbewegen. Das Modell einer Wellenbewegung zwischen 40$ und 50$ scheint die Marktverhältnisse z.Z. gut zu treffen. Es wird von den aktuellen Zahlen über die US-Vorräte bestätigt.

DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) melden verbraucherfreundliche Werte:

Rohöl: +3,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Bestandsaufbau von 5,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. 11,0 Mio. Barrel (API). Die Zahlen sind zwar wieder weit voneinander entfernt. Aber wenigstens stimmt die Tendenz dieses Mal überein. Die Importe legten leicht zu. Die Raffinerieverfügbarkeit ist befriedigend.

Sollten die Preise in den kommenden Tagen deutlich rückläufig sein, wüchse neues Aufwärtspotential heran. Einige OPEC-Vertreter würden in dem Fall auf ihrer Sitzung Ende Januar mit Sicherheit wieder Liefereinschränkungen fordern. Angesichts der aktuellen Preise waren diese Forderungen nicht mehr zu hören. Auch dieser Umstand passt zu der Annahme, dass Preise unterhalb von 40$ kaum zu erreichen sein werden.

Ebenfalls ins Bild passt die angehobene Nachfrageprognose der IEA (Internationale Energie Agentur). Die Pariser Spezialisten gehen für das laufende Jahr zwar von einem geringeren Wachstum als in 2004 aus. Dass die Nachfrage weiter steigt, lassen sie aber außer Zweifel.

Der Gasölpreis ist heute Morgen erwartungsgemäß auf dem Rückzug. Die Tonne kostet 391$.

Unsere Heizölpreise sollten heute nachgeben. Mit der Vorlage durch die US-Vorratszahlen wäre alles andere erstaunlich. Wenn die Vorlage den Erwartungen entsprechend aufgenommen würde, müssten die Preise einige Tage sinken. Einen echten Abwärtstrend halten wir allerdings für unwahrscheinlich. Die untere Grenze der Preisbewegung ist bereits zu erahnen. Sie liegt im Bundesdurchschnitt bei knapp 0,40 EUR pro Liter bei 3000 Liter Liefermenge.

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