Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Überzieher

Der Markt war gestern mal wieder in absoluter Verkaufsstimmung. Kontrakte auf Öl wurden bei banalen Nachricht zu noch billigeren Preisen verschleudert. Dabei sah es zunächst danach aus, dass die knappen Vorräte dem Abschwung ein Ende bereiten sollten.

Aber als eine Nachricht von zu erwartenden 10 bis 12 Schiffladungen voll Benzin für den New Yorker Raum landete, ging der Abschwung noch einmal voran. Unterstützt wurde die Meldung von der Wiederinbetriebnahme zweier Raffinerien an der Ostküste der USA.

Zum seit nunmehr 5 Wochen andauernden Abwärtstrend trägt die OPEC mit ihrer Förderpolitik maßgeblich bei, da sie den Markt mit mehr Öl versorgt als durch die eigenen Quoten erlaubt wäre. Für den Monat Oktober beträgt die Überproduktion nach Schätzungen der Nachrichtenagentur Bloomberg bereits 16,7%. Die Führung des Kartells sieht die Zahl gelassen, da der Markt das Öl offensichtlich benötigt.

Es sieht allerdings so aus, als trage die psychologische Komponente der Quotenüberziehung mehr zum niedrigen Preis bei als das Öl selber. Denn die Vorratslager sind nur knapp mit Öl befüllt. D.h., dass von Öl im Überfluss auf dem Markt keine Rede sein kann. Genau das müsste man aber angesichts der extremen Überziehung der Beschränkung vermuten.

Die OPEC ist bei allem Bemühen um stabile Preise in einem Dilemma. Hielte sie sich an ihre Quoten, bestünde die Gefahr eines Zusammenbruchs der Versorgung und damit der Weltwirtschaft. Hält sie sich nicht an ihre Quoten besteht die Gefahr, dass der Preis in Kürze das angestrebte Preisband von 22$ - 28$ nach unten durchbricht. Die Organisation wäre dann gehalten, durch knappere Mengen gegenzusteuern und doch die Weltwirtschaft aufs Spiel zu setzen. Das wird sie nicht tun. Es wird deutlich, dass die Idee vom Steuern der Preise eine Schimäre ist. Die Preise lassen sich durch bisher bekannte Mechanismen nicht kontrollieren.

Momentan wird es aber vermutlich nicht soweit kommen, dass die Preise vollkommen durchbrechen. Der Schluss des gestrigen Handelstages lässt die Vermutung zu, dass die Preisentwicklung heute die andere Richtung einschlägt. Die oft erwähnte Kriegsprämie von 7$ im Rohölpreis ist inzwischen auch weitgehend abgebaut.

Heute Morgen kostet Gasöl in der Tat etwas mehr als gestern Abend. Mit 211$ pro Tonne befindet es sich aber noch im Rahmen der gestrigen Handelsspanne.

Unser Heizölpreis zieht heute Morgen ebenfalls leicht an. Wir sind der Meinung, dass der Preisvorteil von nunmehr fast 11,5% gegenüber dem Jahreshöchstpreis durchaus als Kaufargument gelten sollte. Zumal der Preisrückgang der mit Abstand heftigste im Jahresverlauf war. Wir möchten aber auch nicht verhehlen, dass der längerfristige Aufwärtstrend inzwischen durchbrochen ist und damit die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Abschwung hoch ist.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen