Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


100 Dollar sollen es sein

Saudi Arabien ist Stabilisator und Notnagel der globalen Ölversorgung. Das Land hat schon viele Engpässe überbrückt. Aktuell wird es einspringen, wenn der Iran ausfällt. Dazu kann es nach dem Wunsch der USA und Frankreichs lieber früher als später kommen. Saudi Arabien ist auch für seine moderaten Preisansichten bekannt. Damit steht es häufig in Opposition zu den OPEC-Mitgliedern Venezuela und Iran. In diesen Tagen ändert sich die Preisaussage der Saudis. Sie wollen und müssen mehr Geld für ihr Öl verlangen. Die Forderung lautet 100 Dollar pro Barrel als Durchschnittspreis. Bisher waren sie mit 70 bis 80 Dollar zufrieden. Grund für den angestrebten Preisanstieg sind gestiegene Förder- und Explorationskosten sowie „Stillhaltegebühren“ für die Bevölkerung. Das Land wird äußerst autoritär regiert. Von Demokratie ist es weit entfernt. Führte man die arabischen Staatssysteme auf einer Autoritätsskala, stünde Saudi Arabien sehr weit oben. Für einen politischen Frühling ist es reifer als andere Länder, auch als solche, in denen er vom Volk bereits erzwungen wurde. Der bisher ausgebliebene saudische Frühling wurde mit Petrodollars erkauft. Damit das so bleibt, will das Herrscherhaus mehr Sozialgeld bereitstellen. Das sollen die Ölkunden bezahlen. Sie werden es bezahlen müssen, wenn sie den Stabilisator und Notnagel der globalen Ölversorgung nicht verlieren wollen. Der Erfolg der Zahlungen ist nicht einmal garantiert. Denn Demokratie ist per Definition der meisten Ölkunden eine natürliche Staatsform. Davon haben junge Saudis längst Kenntnis bekommen. Bei der Preisbildung ist die neue Vorstellung Saudi Arabiens noch nicht zu erkennen. Gut möglich, dass sich das bald ändert.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Dollar im Aufwärtstrend
Gute Konjunkturdaten weltweit
Chinas Ölverbrauch erreicht neues Hoch
Atomstreit mit dem Iran
Ausfälle nigerianischen Öls
Raffinerieprobleme in Europa
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Ölembargo gegen den Iran verschoben
Generalstreik in der Ölindustrie Nigerias verschoben
Hohe OECD-Ölvorräte
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen
Ratings wichtiger EU-Länder herabgestuft
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen

Unsere Heizölpreise sinken. Gestern kam die Entspannung von den Öl- und Dollarnotierungen. Ein glücklicher Umstand, der in diesen Tagen Seltenheitswert hat. Es gibt etwas Potenzial für eine Ausweitung des Heizölpreisrückgangs. Auf der Gegenseite gibt es allerdings gewichtigere Gefahren. Allen voran sind es die Konsequenzen aus dem Atomstreit mit dem Iran und die miserablen Aussichten, die Schuldenprobleme des Euroraums zu lösen. Auf niedrigere Heizölpreise zu warten, ist ein spekulativer Akt mit kleinen Gewinn- und beachtlichen Verlustmöglichkeiten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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