Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


2011 Schicksalsjahr für die Ölpreise

Die ARD erschütterte gestern, zumindest im WDR, mit der Meldung, dass die Angst vor dem teuren Öl zurückkommt. Zitiert werden Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur, IEA, in Paris und Werner Zittel von der Energie-Beratungsfirma Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH in Ottobrunn. In der Tat ist einiges Wahres in dem Bericht enthalten, aber die Schlussfolgerungen sind zu einfach gehalten. Wohl richtig ist, dass die Zeit des ganz billigen Öls vorbei ist. Es reicht heute nicht mehr, dass man irgendwo hinfährt, seinen Finger in den Boden steckt und schon fließt das Öl. Ganz im Gegenteil. Die Katastrophe der Deep Water Horizon im letzten Jahr hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Aufwand betrieben wird, um den Öldurst der Welt zu stillen. Allein im Golf von Mexiko befinden sich mehr als 4000 Ölplattformen. Die Kosten für die Förderung steigen. Das ist die eine Seite. Die zweite Seite ist die Finanzindustrie, die mit der Angst vor Verknappung Geld verdient. Erst gestern gab die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) bekannt, dass die sog. „Vermögensmanager“ wieder verstärkt auf steigende Ölpreise setzen und ihre Investitionen aufstocken. Aber die dritte Seite in dieser Preispyramide ist die Wirtschaft und die wird mit Ölpreisen von 150 bis 200 Dollar nicht leicht umgehen können. Der Grund des möglichen neuen Hypes um das Öl ist aber gerade die Wirtschaft. Das wurde im Bericht nicht gebührend berücksichtigt. Die Entwicklung des Ölpreises ist trotz der Finanzbranche keine Einbahnstraße. Die vierte Seite ist der Staat. Der könnte mit einer Verschärfung der Handelsregeln z.B. große Teile der Finanzindustrie aus dem Handel herauswerfen. Die Notwendigkeit des politischen Handelns ist mit der Tatsache, dass mehr Öl gehandelt wird als physikalisch vorhanden ist, mehr als gegeben. Dennoch passiert hier nichts. Statt Panikmache, sollte man sich lieber fragen, was dies für den deutschen Verbraucher bedeutet? Leider sehen wir die Ölpreise ebenfalls zunächst steigen. Die genannten Horrorwerte werden aber wahrscheinlich nicht erreicht werden. Da auch andere Energieträger vom Energiedurst der Wirtschaft und von der Spekulationssucht der Finanzbranche erfasst werden, hilft nur sparsam und effizient heizen. Ein Trost bleibt, dass Sie als Heizölverbraucher die schlimmsten Preisauswüchse aussitzen können, weil Sie Ihr eigenes Depot im Keller haben.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Asien fragt mehr Ölprodukte nach
China wird strategische Reserven in 2011 weiter aufstocken
Private Lagerbestände sinken
OPEC erhöht Preisziel
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose an
Winterliches Heizen
Finanzsystem bekommt alle erdenkliche Hilfe

preisdrückende (bärische) Einflüsse: China wird Leitzins anheben müssen
Ölnachfrage der OECD-Länder schwach
Euroraum im Schuldendrama
Schwache Konjunkturdaten für die USA

Unsere Heizölpreise legen eine Verschnaufpause ein. Die Ölpreise waren gestern nur kurz gestiegen, fielen dann aber wieder ab. Der Handel ist noch dünn. Der Preisnachlass rührt hauptsächlich vom stärkeren Euro her. Um die genannte Strategie des Aussitzens der Preisübertreibungen praktizieren zu können, empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab. Er hilft den Bestand zu kontrollieren. Protokollieren können Sie ihn dann mit unserem kostenlosen Logbuch für den Heizölverbrauch www.esytrol.com.

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