Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Abgedreht?

Nachdem die Preise zwei Tage lang heiß liefen, weil Händler wieder einmal die unzureichenden Raffineriekapazitäten in den USA als Thema entdeckt hatten, schien sich das darin steckende Kurspotential gestern verbraucht zu haben. Nach einem weiteren kräftigen Anstieg fielen die Preise im Handelsverlauf unter die Einstiegswerte des Tages.

Der Hintergrund wird von latent niedrigen US-Ölvorräten gebildet. Das aktuelle Geschehen im Spiel der Preisbildung bestimmen andauernde Probleme an einer Shell-Raffinerie in Texas und der tropische Sturm Claudette. Die steigende Tendenz der Vortage wurde gestern fortgesetzt. Dass der Sturm die Schließung einiger Raffinieren erforderlich machen könnte, traf die Emotionen der Broker auf der richtigen Seite. Sie waren bullisch. Als Meldungen, wonach der Sturm nach Westen abdreht und die Ölanlagen in Texas nicht mehr gefährdet, die Runde machten, korrigierten die Händler erschrocken ihre Einstellung. Die Herde verkaufte Ölfutures und ließ die Preise wieder sinken.

Inzwischen hat sich der Sturm wie befürchtet zu einem Hurrican ausgeweitet. Er befindet sich jetzt an der Spitze der mexikanischen Halbinsel Yucatán und rollt weiter in Richtung Texas. Damit ist die Gefahr für die Ölanlagen keineswegs gebannt. Es bleibt abzuwarten, ob es erneut zu überzogenen Reaktionen an den Märkten kommen wird oder ob die Emotionen der Händler zur Ruhe gekommen sind.

Charttechniker sehen in der gestrigen Bewegung ein Zeichen für eine Umkehr der Preise. Ihr kurzfristiger Trend ist allerdings nach wie vor steigend. Der mittelfristige Trend auf Sicht von ein bis zwei Monaten ist leicht steigend. Der langfristige Trend ist eher seitwärts gerichtet.

Heute Morgen steht der Gasölpreis auf dem Niveau von gestern Früh. Die Tonne kostet zur Stunde 242,50$. Es sieht im Moment so aus, als zeigte sich der Sturmeffekt erneut im Preis.

Unsere Heizölpreise zogen in den letzten Tagen recht deutlich an. Die seit einigen Wochen angekündigte Aufwärtsbewegung bekam einen Schub. Die Gefahr einer doppelten Belastung aus steigenden Ölpreisen und steigenden Dollarnotierungen bleibt bestehen. Da insbesondere der Trend der Ölpreise wackelig ist, wird es immer wieder Preiskorrekturen geben. Insgesamt bleiben wir allerdings bei unserer Einschätzung, dass Heizöl in den kommenden Wochen und Monaten teurer werden wird. Daher ist es sinnvoll, jetzt Heizöl zu kaufen.

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