Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Abgeprallt an 60 Dollar

Bei 60 Dollar für das Barrel Rohöl endete der kurzfristige Aufwärtstrend. Nun ist Entspannung angesagt. Der Preis liegt bereits mehr als drei Prozent unter der Umkehrmarke. Ein weiterer Rückgang gilt als wahrscheinlich. Prognosen überdurchschnittlich hoher Temperaturen in den USA und eine Absage an weitere OPEC-Kürzungen durch den saudischen Ölminister Naimi gelten als Auslöser des Richtungswechsels bei der Preisbildung. Der Dollar hält sich weiterhin im Seitwärtstrend. Devisenhändlern fehlen Argumente, die ihren Aktivitäten ein klare Richtung geben könnten.Die Klarheit des jüngsten Aufwärtstrends ließ befürchten, dass dieser auf dem Weg zum Anschluss an den langfristigen Aufwärtstrend ist. Die nun eingeleitete Bewegung dämpft diese Sorge. Fundamental wäre eine Wiederaufnahme des langfristigen Trends kaum zu erklären. Die Versorgung ist gut. Die Lager sind trotz der Abflüsse wegen der zuletzt tiefen Temperaturen immer noch voll. Einzelne Störungen im Versorgungssystem klingen durch den Zusatz force majeure zwar besorgniserregend. Ihre Auswirkung auf das Gesamtsystem ist indes gering. Force majeure bezeichnet die Nichterfüllung von Lieferverträgen auf Grund höherer Gewalt. Aktuell beruft sich Nigeria auf force majeure mit der Folge, dass 0,25 bis 0,3 Mio. Barrel pro Tag ausfallen. Das entspricht 0,3 Prozent des Weltbedarfs.Die Sorge vor einer schnellen Rückkehr zum langfristigen Aufwärtstrend wird auch durch die Positionierung der großen Spekulanten gedämpft. Sie steigern seit vier Wochen den Überhang auf fallende Preise. Die Ausrichtung ist insgesamt schwach bärisch.Die Zukunftsaussichten sind insbesondere durch den auf Hochtouren laufenden Aufbau neuer Förder- und Verarbeitungsinfrastruktur sowie der angestrebten Steigerung von Effizienz bei der Verbrennung von Energieressourcen positiv. Wenn schwerwiegende Verwerfungen durch Umweltkatastrophen oder politische Umbrüche ausbleiben, sollten die Preise gezügelt bleiben. Der beste Schutz vor überbordenden Energiekosten ist die Reduzierung des Verbrauchs.Die Zurückhaltung weiter Teile von Politik und Industrie bei der Formulierung von hohen Einsparzielen ist für ein Land, das sich selbst als innovativ ansieht, unverständlich. Der Verweis auf zu hohe Kosten und gefährdete Arbeitsplätze ist nicht stichhaltig. Die Kosten werden vor allen Dingen steigen, wenn keine Energie eingespart wird. Diese nicht durch Innovation sondern durch Aussitzen gesteigerten Kosten vernichten in der Tat Arbeitsplätze. Eine aktive Umgestaltung des Energierahmens einer Gesellschaft wird dagegen allenfalls Verlagerung von Arbeitsplätzen in neue Bereiche zur Folge haben.Ein Aspekt wird in der laufenden Diskussion über Energiefragen immer deutlicher. Es gibt keinen Energieträger, der als Lösung aller Probleme angesehen werden kann. Regenerative Energieträger wie Holz und Raps sind, wenn sie in gesellschaftlich relevanten Mengen eingesetzt werden, nicht umweltschonender als Öl und Gas. Der Umweltstreit der letzt genannten ist ohnehin längst beigelegt. Die Zukunftsdiskussion geht nicht um die Verteilung der Marktanteile der Energieträger sondern um die Geschwindigkeit der Einsparung des Gesamtverbrauchs. Dem Bereich Raumwärme kommt dabei eine exponierte Rolle zu. Er steht für ein Drittel des Primärenergiebedarfs unseres Landes.Zurück zu den aktuellen Preisen. Die halten heute Morgen ihre gestern aufgenommene Linie. Die Tonne Gasöl kostet 505,75 $. Tendenz fallend.Unsere Heizölpreise zieht es wieder abwärts. Die Vorgabe des Weltmarkts lässt auf eine Fortsetzung der nun eingeschlagen Linie hoffen. Aussichten auf neue Tiefstpreise sind allerdings fehl am Platz. Preise unter 50 Cent pro Liter bei 3000 Liter Liefermenge wären ein absolutes Kaufargument. Weit sind die Preise derzeit nicht von dieser Marke entfernt. Die Binnennachfrage ist gering. Lieferzeiten sind meist kurz.

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