Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Abgeprallt

Früher als erwartet aber fast musterhaft prallten die aufsteigenden Preise gestern am oberen Rand der seitwärts verlaufenden Trendbänder ab. Die kräftigen Abwärtsbewegungen setzten ein, nachdem die Notierungen bis zum Nachmittag weiter zulegen konnten.

Die charttechnisch geprägten Bewegungen bekamen anfangs fundamentale Unterstützung durch Saudi Arabien. Der weltgrößte Ölproduzent will seine Lieferungen ab Juni kürzen. Für Frachten mit Ziel USA und Europa wurden Reduktionen von 6-7% angekündigt. Die Maßnahme wird als demonstrative Unterstützung der OPEC verstanden, die ihre Mitglieder zur Einhaltung der Förderquoten drängt. Saudi Arabien fällt dabei eine Schlüsselrolle zu, da das Land vor und während des Irakkriegs eine Produktionssteigerung von ca. 2 Mio. Barrel pro Tag aufbaute, um die weltweite Ölversorgung abzusichern. Nun muss dieser Überhang vollständig zurückgefahren werden. Die angekündigte Reduktion entpuppt sich aber schnell als unzureichend. Eventuell hat auch dieser Umstand zu der im späteren Handelsverlauf einsetzenden Abwärtsbewegung der Preise beigetragen.

Die Kehrwende der Preisbildung sollte nun eigentlich Kursabschläge von 2-3$ bei Rohöl zum Ziel haben. Das zumindest passte charttechnisch wunderbar ins Bild. Doch schon gibt es eine schwerwiegende Störung. In Riad sind in der Nacht 4 Bomben explodiert. Sie waren für westliche Ausländer und ein amerikanisches Unternehmen bestimmt. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Aus den USA wurde umgehend der Verdacht laut, dass es sich dabei um eine Machenschaft von Al Kaida handelt. Derartige Vermutungen haben natürlich immer Auswirkungen auf die Preisbildung an den Ölmärkten. Die rein technisch beschriebene Bewegung ist damit obsolet.

Heute Morgen halten sich trotz der Ereignisse der Nacht die rückläufigen Gasölnotierungen. Die Tonne kostet zur Stunde 215,50$. Der Preis liegt unter der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise geben ebenfalls etwas nach. Seit ein paar Tagen ist die konstante Abwärtsbewegung, die dem Dollarverfall zu verdanken ist, beendet. Sollten die Rohölpreise den erwarteten Abschwung innerhalb ihres Trendbandes vollziehen, könnte es weiter abwärts gehen. Doch nun muss man erst einmal abwarten, welche Hintergründe der Terroranschlag in Saudi Arabien hat und welche Wirkung von der Tat ausgeht. Vollkommen unabhängig davon steht fest, dass die Heizölpreise aktuell sehr günstig sind. Wir finden in unseren über mehr als 3 Jahre zurückreichenden Aufzeichnungen nur ganz wenige Tage, mit besseren Preisen. Inflationsbereinigt gab es sogar nur einen solchen Tag.

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