Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Abschwung setzt sich fort

Gestern setzte sich der Preisrückgang am Weltmarkt fort. Er wurde von positiven Daten über die Entwicklung in den US-Tanklagern getrieben. Der Dollar verteuerte sich zum Euro.

Die US-Vorräte haben sich in den letzten Monaten recht gut entwickelt. Mehr Rohöl als heute wurde das letzte Mal im September 2002 bevorratet. Der Heizölvorrat war während des Winters nicht so tief gesunken wie im Vorjahr. Und nun steigt sogar die Benzinbevorratung.

API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) gaben gestern höchst unterschiedliche aber dennoch gute Werte über die Veränderung in den Lagern zu Protokoll.

Die Lagerdaten lesen sich im Einzelnen wie folgt:
Rohöl: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergeben sich Veränderungen von +2,5 bzw. ?0,5 Mio. Barrel. Die Importe laufen gut. Für bärische Impulse sorgten insbesondere die Benzindaten und die Tatsache, dass die Raffinerieauslastung deutlich gestiegen ist. Offensichtlich ist die Umstellung auf Sommerbetrieb beendet. Nun kann der Aufbau der Benzinvorräte zügig voranschreiten. Damit entfällt ein wichtiges Argument für die Hochpreisphase. Die Märkte honorierten es gestern.

Trotz der positiven Nachrichten kann man noch nicht von einer Trendwende der Preise ausgehen. Die politische Lage im Irak, in Saudi Arabien und in Palästina halten die Unsicherheit in den Märkten und die Preise tendenziell hoch. Die gestrigen Bomben stellen die Gefahr erneut unter Beweis.

Von entscheidender Bedeutung dürfte es sein, ob der Ölmarkt durch Saudi Arabien zu George W. Bushs Gunsten beeinflusst wird. Am Montag wurde das Vorhaben durch die Buchveröffentlichung des Starjournalisten Bob Woodward von der Washington Post bekannt und wird seitdem unter dem Stichwort Woodward-Report an den Märkten gehandelt. Zwar dementierten sowohl die US- als auch die Saudische Regierung den Inhalt. Aber aus Saudi Arabien kam gleichzeitig die Äußerung, dass der Rohölpreis nun in das alte Band von 22-28$ zurückfallen wird.

Trotz der möglicherweise positiven Entwicklung am Ölmarkt, werden Europäische Verbraucher weitgehend ohne Vorteil bleiben. Etwaige Preisrückgänge am Weltmarkt werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch einen fortgesetzten Anstieg des Dollarkurses aufgefressen.

Heute Morgen kostet Gasöl weniger als gestern. Die Tonne wird mit 296,50$ bewertet.

Unsere Heizölpreise verbilligten sich. Sie bleiben dennoch auf einem im Jahresvergleich hohen Niveau. Man muss auf Grund der stetigen Teuerung des Dollars davon ausgehen, dass dieses Niveau in Zukunft nur unwesentlich unterschritten wird. Was also heute teuer erscheint, kann morgen normal oder sogar billig sein. Die Betrachtungsweise der Heizölpreise wird sich wahrscheinlich ändern müssen. Langfristig werden Heizöl, Gas und andere Energieträger teurer.

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