Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Absurd

Entspannung war gestern am Weltmärkten angesagt. Nachdem der Schlusskurs für Texas-Öl am Vortag ein 13-Jahres-Hoch erreicht hatte und alle anderen Ölnotierungen ebenfalls in schwindelerregender Höhe endeten, wird nun etwas Dampf abgelassen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Aufwärtstrend extrem stabil steht. Bisher ist keine Überhitzung zu erkennen. Daher ist nicht mit einer grundsätzlichen Umkehr zu rechnen.

Sollten die Preise nun aber weiter deutlich steigen, wäre das ein erstes Zeichen, dass es doch zu einer Überhitzung kommt. Das wäre als mittelfristige Chance auf einen Richtungswechsel zu verstehen.

Der Dollar entwickelte sich gestern freundlich für europäische Ölkonsumenten. Er tendiert wieder in Richtung der letzten Tiefstände.

Sowohl die fundamentalen als auch die technischen Faktoren sind nach wie vor bullisch. Lediglich kurzfristig zeigt die Charttechnik einen anstehenden Preisrückgang an.

Vollkommen gegen den Weltmarkt zeigte sich gestern die Preisentwicklung hierzulande. Die Preise explodierten förmlich. Begründet wird das mit einem Mangel an Ware. Das klingt absurd, da die Nachfrage extrem gering ist. Man muss davon ausgehen, dass sich Produzenten und Importeure verspekuliert haben. Vermutlich rechneten auch sie nicht mit einem weiteren Ansteigen der Preise seit Anfang März und haben sich daher nicht mit Ware eingedeckt. Sie warteten, dass die Preise nachgeben. Das geschah bis heute nicht. Daher wurde bis heute kaum Ware nachgekauft. Und nun wird eben diese Ware knapp, obwohl sie kaum jemand haben will.

Die Preise für physische Ware und die Preise der Futures laufen derzeit deutlich auseinander. Während die Futures dem normalen Aufwärtstrend folgen, schießt der Warenpreis sehr steil nach oben. Das ist ein Indiz für die oben genannte These.

In Norddeutschland ist Ware wegen der Seezugänge üblicherweise günstiger als anderswo. Zur Zeit ist das nicht der Fall. Das deutet darauf hin, dass Käufe aus den USA belastend hinzukommen.

Die Schräglage könnte noch einige Zeit anhalten. Denn um ausreichend Menge nachzukaufen, müssten die Preise am Weltmarkt einknicken und so eine Gelegenheit bieten. Danach sieht es momentan nicht aus. Wir befinden uns überall in einem Teufelskreis. Die hohen Preise machen Käufe unattraktiv. Daher gibt es wenig Ware in den Lagern, was wiederum zu hohen Preisen führt. Ausfahrt nicht in Sicht.

Heute Morgen geht der Gasölpreis weiter aufwärts. Die Tonne kostet mittlerweile 319$.

Unsere Heizölpreise flippen förmlich aus. Sie lösen sich vom Weltmarkt. Die Verknappung des kaum nachgefragten Angebots treibt sie in aberwitzige Höhen. Zur Zeit muss man kein Heizölkauf kaufen, es sei denn, man hat einen leeren Tank. Dann sollte man aber nur kleine Mengen ordern. Der Preisunterschied zum Vorjahr, der die Geldausgabe bisher relativierte, schmilzt rasend schnell dahin. 9% sind von den vor kurzer Zeit noch stattlichen 30% verblieben.

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