Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Abwärtstrend entwickelt sich gut

Die Ölpreise befinden sich in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Potential für weiteren Preisrückgang ist vorhanden. Der Hurrikan Wilma stellt aktuell die größte Störungsquelle für den Trend dar. Bisher konnte er keinen negativen Impuls einbringen. Der Dollar setzt seinen Aufwärtstrend fort. Die Marke von 1,20 Dollar für einen Euro ist wieder deutlich unterschritten.

Wilma ist auf einen Stärke-Drei-Hurrikan herabgestuft. Er bezeiht seine zerstörerische Kraft eher aus der langsamen Geschwindigkeit, mit der er sich fortbewegt, als aus seiner Sturmstärke. Langes Rütteln kann schlimmere Folgen haben als kurzes Schlagen. Nach wie vor scheinen die Ölanlagen im Golf von Mexiko nicht auf seiner Bahn zu liegen. Damit bleibt der Einfluss auf die Ölpreisbildung gering.

Vor dem Wochenende wurden dennoch einige Ölplattformen evakuiert. Es handelte sich um reine Vorsichtsmaßnahmen, die nach Lage der Dinge kurzfristig wieder zurückgenommen werden können. Nach den für die Ölindustrie verheerenden Hurrikanen Rita und Katrina wird der Fortgang der Instandsetzungsarbeiten an den US-Ölanlagen minutiös erfasst. Die verbliebenen Schäden wurden am Donnerstag auf 64,5 % beziffert. Nach der Evakuierung einiger Plattformen stieg der Wert wieder an. Die Anlagen gelten als ?außer Betrieb?. Dieser Umstand verunsichert die Börsianer. Er stimmt sie in ihrer bärischen Einstellung aber nicht um.

Den wichtigsten Einfluss auf die Börsenstimmung hat der kurzfristige Verbrauchsrückgang in den USA. Er stärkt Phantasien einer sich entwickelnden Sparsamkeit. Sie ist die Grundlage für die bärische Haltung, die den kurzfristigen Abwärtstrend beflügelt. Den Chef der IEA (Internationale Energie Agentur), Claude Mandil, befällt bereits die Sorge, dass die neue Sparsamkeit angesichts fallender Preise in Kürze wieder passé sein könnte.

Im Augenblick sind die Aussichten auf rückläufige Preise gut. Die Preischarts zeichnen ein hoffnungsvolles Bild zur weiteren Entwicklung. Der langfristige Aufwärtstrend ist allerdings in jeder Beziehung die dominante Bewegung. Daher darf man jetzt eine Korrektur der hohen Preise erwarten aber keine Umkehr der grundsätzlichen Richtung. Solange starkes weltweites Nachfragewachstum bei gleichzeitiger Knappheit der Verarbeitungslagen herrscht, ist eine nachhaltige Abkehr von der Teuerung nicht denkbar.

Die preisdrückende Stimmung zeigt sich an den Börsen auch in den Engagements der großen Spekulanten. Sie halten mittlerweile beim Rohöl und beim Heizöl mehr Kontrakte auf fallende als auf steigende Preise. Lediglich beim Benzin spekuliert man mehrheitlich auf steigende Preise. Gleichwohl fiel die Preiskorrektur für dieses Produkt bisher am deutlichsten aus.

Heute Morgen fällt der Gasölpreis weiter. Die sinkende Bedrohung durch den Hurrikan Wilma setzt Abwärtskräfte frei. Die Tonne kostet 553 $.

Unsere Heizölpreise geben nach. Sie folgen dem Weltmarkt. Die Gefahr eines Richtungswechsels auf Grund des Wetters sinkt. Wer in letzter Zeit auf fallende Heizölpreise spekuliert hat, kann sich nun als Gewinner wähnen. Vorsicht bleibt geboten. An den Börsen ist nichts sicher. Zudem sollten Käufe nicht zu lange aufgeschoben werden. Wegen der hohen Nachfrage muss mit verlängerter Lieferzeit gerechnet werden. Ein leerer Tank verteuert die fällige Notlieferung deutlich.

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