Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Abwärtstrend gut in Fahrt

In den US-Bestandsdaten spiegeln sich die außerordentlichen Wetterbedingungen wider. Es stehen größere Produktmengen zur Verfügung als abgenommen werden. Dieser Umstand belebt den Abwärtstrend. Russisches Öl fließt wieder nach Mitteleuropa. An der Börse ist das eine positive Randnotiz. Der vorausgegangene Stopp wurde im internationalen Handel zu keiner Zeit mit ernsthafter Besorgnis gesehen. Der Dollar gewinnt weiterhin gegen die Erwartung an Wert. Einige überraschend positive Daten über die US-Wirtschaft schaffen neues Vertrauen in die zuvor abgestrafte Währung.

Die fundamentale Lage der Ölversorgung ist aus Verbrauchersicht gut. Hohe Temperaturen bedingen geringen Verbrauch in den typischen Winterregionen. Schwer verkäufliche Ware muss mit Preisabschlag abgegeben werden. Die Situation ist das krasse Gegenteil zum letzten Winter. Damals war es überdurchschnittlich kalt. Der Markt stand noch unter dem Eindruck der Zerstörungen mehrerer Hurrikane in den USA, von denen Katrina der schwerste war. Das verlieh den Preisen eine tendenzielle Aufwärtskomponente. Heute stecken sie im Abwärtstrend. Die OPEC ist außer Stande preisbeeinflussende Mengenregulierungen durchzusetzen. Sämtliche Gefahren für die Versorgung werden in ihrer Auswirkung als gering gegenüber den wetterbedingten Nachfragetiefs angesehen. Die quasi ausgebliebene Reaktion auf die russische Unzuverlässigkeit bei der Öllieferung ist beispielhaft.

Es ist die Stunde der Charttechniker. Sie versuchen durch richtiges Timing aus den Abwärtswellen der Preise Profit zu ziehen. Das verstärkt den Abwärtstrend. Ohne Wetteränderung oder ein einschneidendes fundamentales Ereignis scheint der Trend nicht zu stoppen zu sein.

Angefeuert wurde er gestern von den wöchentlichen US-Bestandsmeldungen. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) präsentierten Zahlen mit fast ungewöhnlicher Übereinstimmung hinsichtlich ihres wesentlichen Gehalts.

Rohöl: -5,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -7,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +5,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +8,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 4,2 (DOE) bzw. 4,9 (API) Mio. Barrel. Die Rohölimporte sind geringer als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Heizölimporte übertreffen die Vergangenheitswerte. Die Raffinerieverfügbarkeit ist auf beachtliche 92 Prozent gestiegen.

Die Gesamtsituation ist zum Vergleichsmoment vor einem Jahr nahezu identisch. Die Rohölbevorratung ist mittlerweile geringer, die Heizölbevorratung ist erwartungsgemäß höher. Im langjährigen Vergleich stellt sich die Rohöllagerung als unterdurchschnittlich, die Produktlagerung (Heizöl, Benzin) als überdurchschnittlich dar. Unter anderen fundamentalen Bedingungen hätte der Rückgang der Rohölvorräte einen bullischen Impuls bewirkt.

Heute Morgen setzt sich der Abwärtstrend fort. Der Preis für die Tonne Gasöl ist auf 479,25 $ gefallen. Noch befindet sich der Preis in Regionen, die im November 2005 vorlagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese unterschritten werden, ist z.Z. hoch.

Unsere Heizölpreise geben heute Morgen nach. Auf Grund des erstarkten Dollars war die Bewegung der letzten Tage eher seitwärts gerichtet. Angesicht des deutlichen Abwärtstrends am Weltmarkt gibt es berechtigten Grund zur Annahme, dass Heizöl noch billiger wird. Die Binnennachfrage ist gering. Der Markt meint es gut mit dem Verbraucher.

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