Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Abwärtstrend

Die Kontrakte auf Rohöl und Heizöl verbilligten sich gestern weiter. Sie setzen damit ihren kurzfristigen Abwärtstrend fort. Nun stellt sich die Frage, ob diese Bewegung in den für nächstes Jahr prognostizierten Preisverfall übergehen wird, ob sich also ein langfristiger Abwärtstrend entwickelt?

Den Preisverfall will die OPEC verhindern. Daher kürzt sie die Liefermengen. Ab morgen sollten dem Markt 0,9 Mio. Barrel pro Tag fehlen. Die Einschätzung des Kartells, dass der Markt mit ausreichend Öl versorgt ist, wird durch die Entwicklung der US-Vorräte bestätigt. Während des Winters gibt es eine höhere Nachfrage, so dass das Angebot bei normalen Wetterverhältnissen verbraucht werden sollte. Wenn der Winter hingegen zu warm wird, kann sich die Lage bereits kurzfristig in eine Überversorgung wandeln. Der Preisverfall wäre unausweichlich.

Selbst bei einem normal kalten Winter würde es spätestens mit dem nahenden Frühjahr zuviel Öl geben, wenn die Lieferstaaten keine Gegenmaßnahmen ergriffen. Die OPEC arbeitet hart daran, für dieses Szenario eine konzertierte Aktion mit den Nicht-OPEC-Staaten zu erreichen. Es sieht momentan nicht danach aus, als sei der Erfolg greifbar. Russland, Norwegen und Mexiko als die Großen unter den Unorganisierten wollen jetzt auf keinen Fall kürzen.

Wie sich Russland weiter verhält, bleibt abzuwarten. Mit der gestrigen Quasi-Enteignung der größten russischen Gesellschaft Yukos ist ein Rückfall ist staatsmonopolistische Strukturen zu befürchten. Die so erfreulich aufblühende Wirtschaft könnte dadurch einen herben Rückschlag erleiden. Der Aktienmarkt erlitt ihn bereits.

Die weitere Preisentwicklung wird in den kommenden Wochen sehr stark vom Wetter beeinflusst werden. Wird es kalt, könnten die Preise wieder anziehen. Bleibt es mild, wird der Verfall aller Voraussicht nach Bestand haben.

Dass es einige Störungen in US-Raffinerien gibt, veranlasst die Preise momentan allenfalls dazu, etwas weniger zu fallen. Für eine grundsätzliche Umkehr der Richtig fehlt diesen Vorkommnissen die Kraft.

Der Dollar könnte in der nächsten Zeit einen neuen Verlauf bekommen. Die erfreulichen Daten über die US-Wirtschaft geben ihm Aufwärtsimpulse. Charttechnisch lässt sich der Beginn eines Aufwärtstrends erahnen. Sollte er sich tatsächlich ausbilden, wäre Europa die Realisierung fallender Ölpreise weitgehend verwehrt.

Der Gasölpreis zeigt sich heute Morgen mit 249,25$ pro Tonne nahezu unverändert zu gestern.

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Aus dem Preisrückgang am Weltmarkt können sie keinen Profit ziehen. Die Dollarentwicklung verhindert das. Mittelfristig wird das Wetter die bestimmende Komponente in der Preisentwicklung sein. Ein milder Winter macht niedrige Heizölpreise wahrscheinlich. Wenn sie nach der Wettermethode die Entwicklung der Heizölpreise einschätzen wollen, sollten Sie allerdings die Wetterkarte der USA beobachten.

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