Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Abwarten

Gestern vollzog sich die Preisbildung etwas unentschlossen mit einem leichten Hang zu fallenden Kursen. Der Handel vermittelt weiterhin den Eindruck, dass er nach neuen Impulsen sucht, die eine klare Richtung rechtfertigen. Der leichte Aufwärtstrend der letzten Tage steht auf sehr schwachen Beinen.

Themen des Tages werden die heute zur Veröffentlichung anstehenden Daten über die US-Ölvorräte sein und die morgen stattfindende OPEC-Tagung, auf der es um die Kürzung der Liefermengen geht. Spekulanten gehen von kaum veränderten US-Vorratsmengen aus und davon, dass es der OPEC-Führung gelingen wird, eine Produktionsdrosselung zwischen 1 und 1,5 Mio. Barrel pro Tag durchzusetzen. Sollte sich diese Einschätzungen als richtig erweisen, würde das den schwachen Aufwärtstrend bestätigen.

Ein weiteres Argument für leicht steigende Preise liefert die Situation der Raffinerien insbesondere in den USA. Bedingt durch Revisionen und die weiterhin unklare Lage in Venezuela sind die Verarbeitungskapazitäten eher knapp. Damit wird es schwierig werden, den Nachfragedurst ausreichend zu stillen. Und der ist nach wie vor in den USA am größten. 25% des Weltbedarfs liegt dort. Preistreibende Zukäufe in anderen Teilen der Erde werden nötig werden. Es könnte sich ein ähnliches Bild ergeben wie im Jahr 2001 vor dem 11. September. Die Preise pendelten damals auf recht hohem Niveau.

Die Liste der großen Ölverbraucher geht übrigens folgendermaßen weiter: Japan 7%, China einschließlich Hongkong 6,9%, Deutschland 3,6%, Russland 3,6%. Europa verbraucht 21%. Allein 18% entfallen auf die EU. Die Zahlen machen deutlich, warum die USA so dominant bei der Preisbildung sind.

Heute Morgen zeigt der Gasölpreis das große Abwarten. Mit 238,25$ pro Tonne steht er unverändert zum gestrigen Schlusskurs.

Unsere Heizölpreise geben geringfügig nach. Sie schließen damit lediglich den Spielraum, der sich aus der gestrigen Preisänderung am Weltmarkt ergab. Die Preise sind kaufenswert. Ein Rückgang ist zwar, wie so oft, nicht auszuschließen. Es gibt momentan aber keine deutlichen Signale, die diesen besonders wahrscheinlich machen.

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