Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Abwarten

Zwar bewegten sich die Ölpreise gestern. Aber erwartungsgemäß hinterließen sie bei Handelsschluss keine nennenswerte Änderung zum Vortag. Die Bomben im Irak und Israel versetzten die Händler nicht in Panik. Sie wollen nur wissen, wie es um die US-Versorgung steht. Die Daten kommen heute Nachmittag.

Die Lage in vielen wichtigen Produktionsländern ist angespannt bis schlecht. Die naheliegende Vermutung, dass das schwere Bobenattentat gegen den irakischen Sitz der UNO einen Preisschock auslösen würde, wurden nicht bestätigt. Im Gegenteil. Weil dieser Anschlag den Vertretern der Vereinten Nationen galt, finden die Broker, müsse es nun einen Solidarisierungseffekt geben, der dem Irak auf die Sprünge hilft. Trotz statt Verunsicherung ist angesagt.

Der eigentliche Grund für die Zurückhaltung bei der Preisentwicklung liegt aber daran, dass die Aufmerksamkeit der Händler derzeit auf die USA gerichtet ist. Die notirisch schlechte Benzinversorgung hat durch den Stromausfall der letzten Woche einen zusätzlichen Schlag bekommen. Wie sich die Lage beim Rohöl entwickelt, vermag heute niemand sicher zu sagen. Alle warten auf Fakten. Und die werden heute Nachmittag geliefert. Danach sollte der Markt wieder in Fahrt kommen. Welche Richtung er dann nimmt, ist vollkommen ungewiss.

Bei der Fixierung auf den US-Markt entgeht den meisten Händlern, dass in Venezuela der zweite Akt im Chavez-Theater begonnen hat. Gestern wurden von Bürgern 2,7 Mio. Unterschriften abgeliefert, mit denen die Möglichkeit zur Abwahl des Präsidenten eröffnet wird. Ende letzten Jahres spielte der erste Akt mit Generalstreiks, die zu einem drastischen Versorgungsengpass in den USA mit kräftigen Preisanstiegen führten. Das Volk will den chaotischen Herrscher loswerden. Der konnte damals seinen Kopf retten, indem er ein Referendum versprach. Das soll nun nach dem Willen der Opposition stattfinden. Der gestrige Auftakt wurde vom Volk wie Silvester gefeiert.

Nachhaltige Preisbewegung ist gestern nicht nur beim Öl ausgeblieben sondern auch beim Dollar. Auch heute Morgen tut sich nicht viel. Gasöl startet fast unverändert in den Tag. Die Tonne kostet zur Stunde 237,50$. Das sind 0,50$ mehr als gestern Abend.

Unsere Heizölpreise gaben gestern geringfügig nach. Heute Morgen gibt es noch keine Regung. Noch ist ihr Aufwärtstrend intakt. Die fundamentale Lage bei der Ölversorgung deckt sich mit dem Trend. Die eher positive Stimmung an den Aktienmärkten lässt aber das Interesse von Spekulanten am Ölmarkt schwinden. Damit schwindet auch ein Teil des Preisauftriebs. Die nächsten Tage werden uns ein Zeichen geben, wohin sich die Preise entwickeln werden.

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