Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Ali holt die Brechstange

Der Ölpreis ist tief gefallen, weil Konjunktur und Nachfrage lahmen. Spätestens seit der letzten Woche sollten das auch die Ölminister der OPEC eingesehen haben. Mit Eingriffen in die Abgabemengen lässt sich derzeit keine Regulierung der Preise bewerkstelligen. Zumal die Realisierung von vollmundig angekündigten Kürzungen mehr Zweifel als Knappheitssorge hinterlässt. In Venezuela haben die Verantwortlichen die Lektion immer noch nicht verstanden. Ali Rodriguez, Finanzminister unter dem legendären Hugo Chavez, will den Ölfluss nun solange drosseln, bis der Preis endlich wieder steigt. Dabei sollen die Nicht-OPEC-Staaten helfen. Ali, lass es sein! Ihr seid doch die ersten, die dabei Pleite gehen. Deutlich intelligenter behandeln die Chinesen den Absturz. Sie nutzen die Gunst des tiefen Preises, um die Ölverbrauchssteuer massiv zu steigern. Damit will man Unternehmen zum sparsamen Umgang mit dem Brennstoff zwingen. In der Vergangenheit hatte die Subventionierung von Öl zu einer starken Nachfragesteigerung geführt. Diese war mitverantwortlich für den extremen Preisanstieg. Die aktuelle Maßnahme wird Ali Rodriguez zwar ärgern, weil sie die Nachfrage zusätzlich belasten wird. Langfristig betrachtet ist sie aber genau deshalb außerordentlich vernünftig. Sie wird den Preisanstieg dämpfen, der mit einer Erholung der Konjunktur kommen wird. Der Dollar hat seinen Sturzflug bis auf Weiteres beendet. Aktuell werden Zinsanpassungen in der Eurozone diskutiert, die die Zinssätze der beiden Währung wieder annähern.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Drastische Zinssenkung in den USA
Kalter Winter in den USA erwartet
Konjunkturprogramm für die USA angekündigt
Konjunkturprogramm und Zinssenkung in China
IEA prognostiziert neue Hochpreisphase nach 2010

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Realisierung der OPEC-Kürzung unglaubwürdig
Sinkende Konjunktur und Rezessionsängste
Sogar Chinas Wirtschaft geht in die Knie
Weltweite Nachfrage sinkt
Goldman & Sachs prognostiziert 30 Dollar/Barrel
Charttechnik: Abwärtstrend des Ölpreises

Unsere Heizölpreise steigen moderat bis kräftig. Letzteres gilt besonders für Bayern. Dort herrscht eine eklatante Engpasslage. Eine Grundkomponente erhält der aktuelle Preisanstieg aus der Dollarerholung vor dem Wochenende. Bis zum Jahreswechsel werden die Preise in Deutschland wenig Bindung an den Weltmarkt zeigen. Wegen der vielen Feiertage muss der Handel jetzt Preissicherheiten einbauen, um sich gegen unerwartete Schwankungen zu schützen. Der Handel am Weltmarkt nimmt keine Rücksicht auf deutsche Weihnachtstraditionen. Trotz des außerordentlich hohen Preisverfalls, den Heizöl in den letzten Wochen erlebte, sollten sich Verbraucher für die Senkung ihres Bedarfs interessieren. Handeln sie so vorausschauend wie die Chinesen. Denn Öl wird irgendwann wieder als knappes Gut gehandelt werden. Dann steigen die Preise.

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