Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Allerlei Gefahren für den Preis

Die Zeichen an den Ölbörsen sind plötzlich bullisch. Unerwartet gute Wirtschaftsdaten auf beiden Seiten des Atlantiks, der Streit um die Atombombe mit dem Iran, zunehmende Destabilisierungstendenzen im Irak und ein blutiger Ölarbeiterstreik in Kasachstan waren gestern die wesentlichen Preistreiber. Die Konjunkturprognosen für Europa und die USA sind bedrückend. Die gemessene Realität sieht besser aus. Das zeigt sich aktuell in den Indizes für Konsum und Geschäfte in Deutschland sowie in den Daten zum Wohnungsbau in den USA. Sie übertrafen in Gänze die Erwartungen. Italien und Spanien konnten Staatsanleihen zu unerwartet guten Konditionen am Markt platzieren. Über Sanktionen gegen den Iran wird nach wie vor diskutiert. Die USA machen in der Sache Druck. Europäer lavieren sich durch das Thema. Es ist immer wieder gut, um an den Börsen einen Preisauftrieb zu untermauern. Gleiches gilt für die Lage im Irak. Nach dem Abzug der US-Truppen droht das Land erneut in Unruhen zu versinken. Die Hoffnung auf zunehmende Ölströme, für die die Ressourcen vorhanden sind, weicht einer anderen Realität. Zu allem Überfluss kommen nun auch noch Unruhen unter kasachischen Ölarbeitern hinzu, bei denen 15 Menschen erschossen wurden. Über ihren Hintergrund weiß man wenig. Befürchtungen über einen Zusammenhang mit dem arabischen Frühling machen an den Börsen die Runde. Kasachstan ist für Deutschland der drittwichtigste Öllieferant. Alles in allem war gestern ein Tag der Bullen. Sie trugen die Ölnotierungen um drei Prozent in die Höhe. Der Dollar verlor ein Prozent.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Gute Konjunkturdaten in den USA und in Deutschland
Unruhen in der kasachischen Ölindustrie
Unsichere Lage in Irak
Sanktionen gegen den Iran
OPEC denkt über Produktionskürzungen nach
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen
Ratings wichtiger Länder vor Herabstufung
Schwache Nachfrage der reifen Industriegesellschaften
OPEC und IEA reduzieren Prognosen über Nachfragesteigerung
Libyen baut Produktion rasch wieder auf

Unsere Heizölpreise drehten gestern erwartungsgemäß aufwärts. Der Impuls kam von den Ölnotierungen. Der nachgebende Dollar konnte ihn ein wenig dämpfen. Gleichwohl lässt die Kraft der Bewegung weiteren Preisanstieg erahnen. Sicher ist dieser keineswegs, da das Marktumfeld nach wie vor den hohen Unwägbarkeiten der Geld- und Finanzkrise ausgesetzt ist. Was heute gilt, kann morgen bereits Makulatur sein und übermorgen erneut Gültigkeit bekommen. Vor diesem Hintergrund ist jede Preisprognose ein Lotteriespiel. Wir tippen dabei auf steigende Preise in einem Zeithorizont von einigen Wochen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab. Der hilft auch den Spekulanten unter den Heizölkäufern. Denn es gilt das Motto: Was nützt Ihnen der Preis, wenn Sie Ihren Tankinhalt nicht kennen.

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