Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Alles passt

Der Test der neuen Lage auf dem Ölmarkt wurde gestern knapp bestanden. Die Preise könnten weiter nachgeben. Der Impulsgeber für den Test war die Veröffentlichung der neuen US-Vorratsdaten.

In seltener Übereinstimmung erschienen die Daten von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy). Für Rohöl und Heizöl wurden gestiegene Bestände angegeben. Die positiven DOE-Zahlen lauten 1,8 Mio. Barrel und 2,9 Mio. Barrel. Benzin wurde von beiden Institutionen mit 0,4 und 0,7 Mio. Barrel leicht im Plus gesehen. Die Veröffentlichung überraschte. Analysten tippten vorab auf negative Werte bei Rohöl und Benzin.

Sogleich nach der Veröffentlichung sackten die Preise bei großem Handelsvolumen heftig ab. Bis zu diesem Punkt konnte man von einer totalen Bestätigung des frisch gebackenen Abwärtstrends sprechen. Doch dann drehte sich das Blatt. Als Reaktion auf die rasant gefallenen Preise begannen Händler sich wieder mit Ölkontrakten einzudecken. Sie wurden in ihrer Meinung, dass die Preise steigen werden, von Meldungen über Raffinerieausfälle in den USA unterstützt. Die Verluste wurde fast wieder wett gemacht. Derartige Bewegungen deuten darauf hin, dass noch eine nicht zu vernachlässigende Bullen-Fraktion im Markt sitzt.

In der letzten Phase des Tages fielen die Preise wieder ab. Der Abwärtstrend bekam also seine Bestätigung. Besonders stark war sie allerdings nicht.

Die fundamentale Lage zur Ölversorgung bleibt unverändert delikat. Der Irak kann auf die Stimmung drücken, weil die Befriedung in weiter Ferne liegt. Unruhen in Nigeria und Venezuela können jederzeit nennenswerte Lieferausfälle verursachen. Die Benzinknappheit in den USA ist für Spätfolgen gut. Und die in den letzten Monaten kräftig gestiegenen Heizölvorräte (siehe Charts ?Lagerbestände?) täuschen derzeit über die reale Situation hinweg. Die ist vor dem Winter alles andere als komfortabel. Wenn es im Osten sehr kalt werden sollte, wird es eng mit der Versorgung.

Die fundamentale Lage ist ein Fakt. Wie sie in die Preise eingeht, ist aber immer von der Stimmung an den Märkten abhängig. Und die ist derzeit relativ optimistisch. Momentan sind Sorgen und Ängste nicht angesagt.

Bleibt schließlich der Dollar mit seinem Einfluss auf die Ölpreise in Europa. Er hat eine Verschnaufpause eingelegt. Vermutlich wird er sich in Kürze mit dem neuen Optimismus weiter aufwärtsbewegen und Öl hierzulande teurer machen.

Heute Morgen holt der Gasölpreis die letzte Bewegung von gestern nach. Er rutscht auf 229,25$ pro Tonne ab.

Unsere Heizölpreise starten heute Früh tiefer als gestern. Es ist wahrscheinlich, dass diese Tendenz im Laufe des Tages anhalten wird. Der Verlauf der nächsten Tage sollte unter dem Einfluss des neuen Optimismus zur wirtschaftlichen Lage bleiben und auf die Preise drücken. Starke Bewegungen erwarten wir allerdings nicht, da ein steigender Dollar positive Entwicklungen am Weltmarkt in Grenzen halten wird. Und dann ist da noch der Korrekturbedarf zu den gefallenen Margen im Inland. Sie werden vermutlich in naher Zukunft steigen.

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