Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Andeutungen

Der Preisauftrieb wird von der OPEC und vom nahenden Winter erzeugt. Er könnte aber eine spekulative Täuschung sein. Ab morgen wird die verschwinden. Der Dollar hält kräftig gegen eine Preiserhöhung. Die Inlandsumstände im Westen und Süden verbessern sich schleichend.

Die OPEC bemüht sich tatkräftig um eine gemeinsame Linie mit den Nicht-OPEC-Ländern bei der Politik der Lieferkürzungen zur Preisstabilisierung. Indonesiens Ölminister und zukünftiger OPEC-Präsident Purnomo Yusgiantoro fordert 0,5 Mio. Barrel pro Tag Unterstützung von den ?Freien? ein. Ohne konzertierte Liefereinschränkungen sieht er eine Überversorgung von 1,4 Mio. Barrel pro Tag für das nächste Jahr voraus.

Vor dem nahenden Winter zeigen sich die Heizölpreise bullisch. Gestern legten sie wieder leicht zu und verstärkten die Erwartung, dass sich ein Aufwärtstrend ausbildet. Der Preischart lässt diese Trendinterpretation zu. Es stecken allerdings bis einschließlich heute spekulative Aufwärtstendenzen im Markt. Mit ihrem Verschwinden auf Grund auslaufender Heizölkontrakte könnte sich das Blatt wenden.

Zur Zeit zeigt sich Benzin in einer rasanten Abwärtsbewegung. Die kann dieses Mal aber keine anderen Produkte mitreißen. Die Bewegung liegt zum einen an der vorher aufgelaufenen Überhöhung der Preise und zum andern an dem wachsenden Desinteresse an Benzin vor dem Winter. Heizöl ist nun das wichtigere Produkt.

Überlagert wird der Preisanstieg beim Heizöl vom Dollarkurs. Der hat gestern abermals einen deutlichen Satz in die Tiefe gemacht. Inzwischen befindet sich die abwärtsgetriebene Währung auf bestem Weg, ein neues Langzeit-Tief (mehr als fünf Jahre) zu markieren. Bei soviel preisdrückender Energie haben die Heizölpreise in Europa kaum eine Chance nennenswert zu steigen.

Wenn da nicht die missliche Lage auf dem Rhein wäre. Der an Wassermangel leidende Fluss trieb die Heizölpreise unabhängig vom Weltmarkt im Westen und Süden des Landes in die Höhe. Inzwischen sind kleine Silberstreifen in Form leicht steigender Pegel aufgetaucht. Ausreichend ist das, was das Wetter gestern brachte, aber noch nicht. Es verhinderte gerade, dass die Chronisten ein neues Allzeittief der Pegelstände notieren mussten.

Die Gasölpreise geben heute Morgen ein wenig nach. Die Tonne kostet zur Stunde 232,50$. Das ist trotzdem mehr als gestern Früh, da der Preis gestern deutlich stieg.

Unsere Heizölpreise bewegen sich heute Morgen kaum. Wir erwarten von ihnen, dass sie im Bewegungsfall nachgeben. Das sollte trotz steigender Weltmarktpreise bei der Dollarschwäche und bei hoffentlich besseren Rheinbedingungen möglich sein. Verbraucher sollten allerdings keine großen Erwartungen an das Abwärtspotential stellen, dass sich da auftut. Uns scheint es nach wie vor sinnvoll, angesichts der unklaren Hauptbewegung, die in den Preisen steckt, eine Halbjahresmenge einzukaufen.

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