Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Atomkatastrophe, Gaddafis Vormarsch

Nun hat die Bundeskanzlerin doch reagiert. Man könne aufgrund der Ereignisse in Japan nicht mehr einfach sagen, die deutschen Atomkraftwerke seien sicher, aber sie sind sicher. Was nun mit der Verlängerung der Laufzeiten geschehe, muss überdacht werden. Das ist peinlich. Denn die Atomkraftgegner haben immer vor so unwahrscheinlichen Risiken gewarnt, wie starke Erdbeben, Flugzeugabstürze, Terrorangriffe oder Überflutungen. Das sogenannte Restrisiko galt als vertretbar und die Atomkraftgegner waren weltfremde Nörgler. Nun realisiert sich gerade in Japan, das seine Atomkraftwerke, wie wir Deutschen, immer als die sichersten Kraftwerke der Welt bezeichnet hat, das sogenannte Restrisiko. Ökonomisch gelten nicht das Beben und der Tsunami als die größten Probleme, die auf Japan zu kommen, sondern die vom Menschen zu verantwortende nukleare Katastrophe. Die geringere Nachfrage nach Rohöl wird durch eine erhöhte Produkte-Nachfrage aus Japan kompensiert. Japans Raffineriekapazitäten sind um bis zu 25 Prozent reduziert. Durch den Ausfall der Atomkraftwerke werden zusätzlich Rohölprodukte gebraucht, um überhaupt weiter arbeiten zu können. Dennoch überwiegt die niederschlagende Wirkung der Ereignisse am heutigen Morgen an den Ölbörsen und Aktienmärkten. Der Nikkei-Index verliert die bereits gestern erwarteten fast 15 Prozent.

Die UN kann sich noch nicht zu einem Beschluss einer Flugverbotszone über Libyen durchringen. Insbesondere die konkrete Umsetzung einer solchen Resolution wird diskutiert. Nun sind einige Hausaufgaben verteilt worden und entsprechende Vorschläge sollen erarbeitet werden. Währenddessen geht das regimetreue Militär weiter gegen die Aufständischen vor. Es wird eben auch von Luftangriffen berichtet. Der Erfolg der Gaddafi-Truppen scheint sich zu mehren und die gesamte Demokratiebewegung ist existentiell bedroht. In Bahrain sind unterdessen saudische Truppen angekommen. Die Opposition spricht von einer Invasion. Dies dient wohl der Aktivierung weiterer Anhänger, dennoch muss diese Art von Unterstützung kritisch gesehen werden. Die Machtdarstellung beruhigt die Märkte ein wenig. Zeigt sie doch, dass sich Saudi Arabien für so gesichert hält, dass es in der Lage ist, andere Staaten zu stützen. Die Stimmung an den Ölbörsen wendet sich allerdings mehrheitlich gegen die Herrscher in Saudi Arabien. Es wird weiterhin bezogen auf dieses Thema eher gegen die bisherigen Machtstrukturen gewettet.

Die Stabilisierung des Euro durch den Eurogipfel am letzten Wochenende war nur von kurzer Dauer. Ratingagenturen und die Bankenkrise in Irland machen alle Mühe zu Nichte. Irlands Banken brauchen mehr Geld. Es wird von 10 Mrd. Euro gesprochen. Der Euro verliert in der Folge an Wert. Erst am 24. und 25. März sollen weitere Entscheidungen getroffen. Es zeigt sich das Grundproblem, der aufkommenden Transferunion bei fehlender wirtschaftspolitischer Mitbestimmung. In Irland werden sehr geringe Unternehmenssteuern gefordert. Das stört die französische Regierung. Und das zu Recht.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Knappheitsgerüchte in Europa
Libyen fällt als Lieferant weitgehend aus
Sorge vor Ausweitung der Unruhen im Nahen Osten
Gute Konjunkturzahlen aus der alten Industriewelt
US-Bestände sinken
Chinas Ölkonsum wächst
China wird strategische Reserven in 2011 weiter aufstocken
EIA, IEA und OPEC heben Nachfrageprognose an

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Erdbeben in Japan
Saudi Arabien, Kuwait u.a. erhöhen Produktion
IEA hat die Option der Reservemengen
Hohe US-Bestände
Schwache US-Nachfrage

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Die Ereignisse in Japan drücken die Ölpreise. Ebenso gilt die Rückeroberung von Städten durch Gaddafi in Libyen als preissenkender Faktor. Der Euro hält leider dagegen. Er verliert gegen den Dollar. Der Nahe Osten bleibt in Bewegung. Auch Saudi Arabien könnte betroffen werden. Schlechte Aussichten für die Energiepreise. Es ist deswegen umso wichtiger, sich um die effiziente Nutzung von Energie einzusetzen. Das deutsche Umweltministerium wird heute Mittag bekannt geben, dass die Förderung von solarer Wärmegewinnung aufgestockt wird. Gepaart mit der Einsparung durch eine effiziente Heizung sollte sie Anreiz genug sein, seine alte Heizung gegen eine neue Heizung austauschen zu lassen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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