Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Atomstreit lässt sich nicht abschütteln

Eine akute Kriegsgefahr besteht im iranisch-israelischen Atomstreit derzeit nicht. Gleichwohl können sich Ölmarkt und Ölpreise nicht von den Konsequenzen dieser Auseinandersetzung lösen. Der Markt ist in Unordnung geraten. Einerseits fehlen ihm Mengen aus dem Iran. Die Lieferungen sind um 14 Prozent oder 0,34 Mio. Barrel pro Tag gesunken. Andererseits wird er mit Mengen anderer Golfstaaten überschwemmt. Die OPEC produziert 2 Mio. Barrel pro Tag über der beschlossenen Produktionsgrenze. Dieses Öl steht dem Markt zur Verfügung und sorgt für prall gefüllte Lager. Für eine satte Entspannung der Ölpreise sorgt es allerdings nicht. Das Wissen, dass dieses Öl unter Ausnutzung aller Reservekapazitäten gefördert wird, und die Angst, dass ein Krieg, eine politische Störung oder nur das Inkrafttreten der Iransanktionen am 1. Juli die Überversorgung schnell zu einer Unterversorgung wenden kann, hält die Preise relativ hoch. Ihre Höhe sehen Volkswirte mit Besorgnis. So dämpft sie beispielsweise die Hoffnung auf einen Konsumanstieg in den USA. Aus dem Land kommen wieder schwache Konjunkturdaten. Der Iran und Venezuela kritisieren die Produktionsausweitung der OPEC. In der Organisation droht Streit. In Richtung Europa dementiert Teheran die Einstellung der Lieferungen an fünf Staaten. Zu Unterbrechungen sei es lediglich aufgrund von Zahlungsproblemen gekommen. Ähnlich verhält es sich mit den Lieferungen nach China. Die nahmen im Januar und Februar deutlich ab. Nach Klärung von Zahlungsmodalitäten sollten sie ab März wieder gestiegen sein. Dadurch wurden Ölmengen anderer Lieferanten frei, die nun in irgendwelchen Lagern liegen. Die Preise können diese Überschussmengen wider die Erwartungen nur ungenügend drücken. Immerhin drücken sie sie ein wenig.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Knappe Reservekapazitäten der Förderländer
Ausfälle von Lieferungen aus Nordsee, Südsudan, Jemen, Kanada, Iran, Brasilien
Asiatische Ölnachfrage wächst
Ölembargo gegen den Iran ab Juli

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: OPEC liefert mehr Öl
Hohe Ölbestände weltweit
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Chinas Konjunktur drosselt hohes Wachstum
Diplomatie zum iranischen Atomprogramm lebt noch
Freigabe strategischer Reserven möglich

Unsere Heizölpreise steigen etwas. Eine Tendenz liegt der Bewegung nicht zugrunde. Es handelt sich um eine Tagesschwankung innerhalb eines schwachen Abwärtstrends. Der sollte sich in Kürze auch wieder in der Tagesrichtung zeigen. Grundsätzlich gilt, dass jeder Preisrückgang eine zarte Angelegenheit mit begrenztem Bewegungsspielraum ist, während ein Preisanstieg eher wuchtig und ohne klare Grenzen daher kommen kann. Nicht zuletzt deshalb sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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