Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Auf der Suche nach der Ölschwemme

Angesichts der jüngsten Entwicklung der US-Ölvorräte stellt sich die Frage, woher die OPEC ihre Erkenntnis bezieht, dass es bei den aktuellen Fördermengen zu einer Ölschwemme kommen wird. Der Ölausstoß lag nach Schätzungen der IEA (Internationale Energie Agentur) im März 0,1 Mio. Barrel pro Tag über dem des Vormonats. Die Zahl erweckt nicht zwingend den Eindruck, dass die Märkte im Öl ertrinken könnten.

Der unter Quotierung stehende Ausstoß lag allerdings um 1,4 Mio. Barrel pro Tag zu hoch. Diese widersprüchlich anmutende Bilanz hat ihre Ursache in der Bewertung des irakischen Öls. Es wird in der Quotierung nicht berücksichtigt. Die Förderung des Iraks ist von Februar bis März um 1 Mio. Barrel pro Tag gesunken. Damit bleibt in der Gesamtbetrachtung ein Plus von 0,4 Mio. Barrel täglich. Auch dieser Wert lässt noch keine Ölschwemme erahnen.

Zur quotierten Menge der OPEC trägt Venezuela derzeit knapp 2 Mio. Barrel täglich bei. Dem Land stehen aber 0,9 Mio. Barrel mehr zu, die es bei Fortentwicklung seiner Produktion mit Sicherheit nutzen wird. Hier liegt also ein Schlüssel der OPEC-Sorgen.

Der entscheidende Aspekt wird allerdings durch die Verbrauchsseite beigesteuert. Während die Nachfrage im ersten Quartal 2003 78,4 Mio. Barrel pro Tag betrug, wird sie im zweiten Quartal auf 76,4 Mio. Barrel sinken. In der Zahl ist bereits eine Reduktion um 0,2 Mio. Barrel enthalten, um die die aktuelle Schätzung wegen der schwachen Wirtschaft angepasst werden musste. Der hohe Verbrauch im ersten Quartal ist Folge des kalten Winters. Im Übergang zur wärmeren Jahreszeit liegt also das Hauptpotential für das von der OPEC befürchtete Überangebot an Öl, das die Preise abstützen lassen könnte.

Aktuell steht die Preisentwicklung unter dem preisdrückenden Einfluss der oben genannten Erkenntnis und unter dem preistreibenden Einfluss des OPEC-Vorhabens, die Mengen zu reduzieren, sowie einer erneuten Kältewelle in den USA, die den Heizölbedarf abermals anziehen lässt.

Heute Morgen hat sich der preisdrückende Einfluss durchgesetzt. Gasöl kostet mit 229$ pro Tonne deutlich weniger als gestern. Ein Trend ist daraus allerdings nicht abzuleiten.

Unsere Heizölpreise folgen den Vorgaben des Gasöls. Sie fallen. Der übergeordnete Einfluss ist momentan wechselhaft. Es sieht so aus, als befänden sich die Preise auf der Suche nach den neuen Einflüssen. Dessen ungeachtet sind sie gut. Wir halten sie für uneingeschränkt kaufenswert.

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