Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Auf der schiefen Bahn

Gegen den Trend der Ölpreise helfen keine Fakten. Das war vor Wochen so, als die Preise wider jede Vernunft stiegen. Das ist jetzt so, da die Preise wider anders lautende Fakten fallen. Gegen den bärischen Trend spricht mindestens das Ausmaß der Probleme an texanischen Öleinrichtungen nach dem Hurikan Ike, Lieferprobleme in Nigeria nach einem Terrorangriff auf eine Shell-Verladestation sowie die Fortdauer des chinesischen Öldursts. Überboten wird die psychologische Wirkung dieser Fakten durch die Untergangsstimmung an der Wall Street. Öl befindet sich im Sog der Bankenkrise. Die Preisbildung folgt dem allgemeinen Abwärtstrend. Vor diesem Hintergrund fällt es schwer, ein schlüssiges Argument für den zwar angeschlagenen aber dennoch fortlaufenden Aufwärtstrend des Dollars zu finden. Auch für Devisen gilt die Binsenweisheit, dass der Markt nicht vernünftig ist.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Schäden durch Ike werden Ölversorgung lange beeinflussen
Nigeria bekommt Lieferprobleme nicht in den Griff
OPEC kürzt Überproduktion
Kaukasuskonflikt
Produktionskosten steigen rasant
Chinas Nachfrage wächst weiter
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Vertrauenskrise der Finanzindustrie
EIA, IEA und OPEC senken Nachfrageprognosen
Dollaraufstieg bedingt Ölpreisabstieg
Sinkende US-Konjunktur
Sinkende OECD-Konjunktur
Charttechnik: Ölpreis im Abwärtstrend

Unsere Heizölpreise befinden sich im Abwärtstrend. Heute Morgen legen sie zwar leicht gegenüber gestern zu. Der Trend ist aber intakt. Und der kann sich nicht mal entsprechend seines Potenzials entwickeln, weil die heimische Versorgungskette überlastet ist. Die Überlastung bedingt überdurchschnittlich hohe Margen. Der Handel wird vom Nachfrage-Tsunami deutscher Heizölkunden überrollt. Die Auftragsflut reißt nicht ab. Mittlerweile werden Lieferzeiten von bis zu acht Wochen genannt. Das ist eine nie da gewesene Situation. Sie hat ihre Ursache in einer fast zweijährigen Kaufzurückhaltung, die viele Heizölhändler an der Rand des Ruins trieb. In der Not wurde die Tankwagenflotte verkleinert. Nun fehlen Fahrzeuge. Die Alternative, die Betriebskosten durch Abbau der Flotte nicht zu senken, hätte die aktuelle Lage noch drastischer gestaltet. Denn dann wäre es zu vielen Pleiten mit einem weit größeren Verlust von Fahrzeugen gekommen. Vorwürfe gegen den Handel sind unangebracht. Die Ursache des Problems ist die wachsende Diskontinuität, mit der Heizöl gekauft wird. Sie ist derzeit unbeherrschbar und nachteilhaft für beide Seiten, Käufer und Verkäufer. Hier gilt es ein neues Gleichgewicht zu finden. Daran muss gearbeitet werden. Wer sich der aktuellen Hektik entziehen möchte und dennoch über den Preis informiert bleiben will, sollte sich unseres kostenlosen Tools Preisalarm bedienen.

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