Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Aufgebäumt

Auch ohne die New Yorker Broker können die Preise steigen. Bei halbierten Umsätzen wurde gestern an allen anderen Warenmärkten Öl gehandelt. Dabei setzte das Nordseeöl Brent den am Vortag auf Grund einer negativen Rohölbilanz der US-Vorräte begonnenen Aufwärtstrip fort.

Ist es nur ein Ausreißer der Preise auf ihrem Weg nach unten oder ist die Abwärtsbewegung bereits vorüber? Fundamental fehlen nach wie vor triftige Gründe für das aktuelle Preisniveau. Öl ist zu teuer. Das wird auch von großen Förderstaaten so gesehen. Sowohl OPEC- als auch Nicht-OPEC-Lieferanten schätzen die Märkte als gut versorgt ein.

Der weltweite Terror und Zweifel an den Staatsführungen in den USA und in Europa tragen zu einer breiten Verunsicherung bei und belasten die Wirtschaft. Dieser Umstand treibt den Ölpreis dauerhaft auf, wobei er durchaus von scharfen Einbrüchen begleitet wird. Unsicherheit steigert grundsätzlich die Preise und die Volatilität wichtiger Waren.

Charttechnisch ist ein kurzfristiges Aufwärtspotential der Ölpreise auszumachen. Und auch Anhänger eines mittelfristigen Preisanstiegs finden in der aktuellen Konstellation Argumente für ihre Position. Die letzten Daten über die Haltung der Fonds zeigen immer noch eine Mehrheit auf der Long-Seite, also für steigende Preise. Aber auch unsere Meinung, dass ein Rückgang überfällig ist, hat charttechnische Indizien.

Ein Umstand passt allerdings in die Landschaft steigender Preise. Der OPEC-Korb lag am Dienstag unter der 28$-Marke. Vorher war Öl 12 Tage in Folge teurer als 28$. Seit Mittwoch ist die Marke ebenfalls wieder überschritten. Der eine Tag, an dem der Preis in das Band zwischen 22$ und 28$ gerutscht war, reicht aus, um der OPEC nun wieder rund vier Wochen höhere Preise zuzugestehen, ohne dass sie als selbstbestimmter Preisregulierer Gegenmaßnahmen ergreifen müsste.

Gasöl verteuerte sich gestern um rund 2$. Heute Morgen schließt sich der Preis nahezu unverändert an den Vortag an. Die Tonne kostet 254$.

Unsere Heizölpreise haben einen leichten Aufwärtsdrang. Für Kaufentscheidungen ist er vollkommen unbedeutend. Nennenswerte Bewegungen erwarten wir erst wieder in der nächsten Woche. Vorhersagen über ihre Richtung ist pure Spekulation. Wir halten das Niveau wieder für akzeptabel, um nötige Leerstände schleunigst aufzulösen. Es empfiehlt sich aber, den Tank nicht komplett zu füllen. Im Verlauf des Winters könnte Heizöl deutlich billiger werden. Lassen Sie Freiraum, um dann nachzutanken,

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