Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Aufschwung und Wachstum

All unser Hoffen und unser Streben fliegen Aufschwung und Wirtschaftswachstum entgegen. Wie gerne hätten wir sie zurück. Früher waren sie unser ganzes Glück. Wir würden alles dafür geben, noch einmal ihren jugendlichen Schwung zu erleben. Der blitzt allenfalls als kurzes Bild in dem einen oder anderen Konjunkturdatum auf. Eine stattliche Erscheinung ist er nicht. Das zeigen beispielsweise die neuen Zahlen aus dem US-Häusermarkt. Sie bleiben hinter den Erwartungen zurück. Wie soll der Schwung auch jungendlich sein, wenn ihm die rebellische Kraft des Neuen fehlt? Saturierte Gesellschaften, die mehr zu verlieren als zu gewinnen haben, werden diese Kraft nicht entwickeln. Deshalb ist es ratsam, nicht auf Aufschwung und Wirtschaftswachstum zu bauen, sondern das eigene Hoffen und Streben den realen Gegebenheiten anzupassen. Gesellschaften, denen Aufschwung und Wachstum fehlen, gehen keineswegs unter, wenn sie den realen Verhältnissen Rechnung tragen.

Soweit ist es im Ölmarkt noch nicht. Der hat noch Aufschwung und Wachstum als Perspektive. Sie kommen allerdings nicht mehr aus den alten Industrienationen. Sie kommen von den Aufsteigern in Fern- und Mittelost. Aber selbst für diese neuen Industrienationen sind Aufschwung und Wachstum derzeit mehr Hoffnung als Fakt. Deshalb geht es bei der Preisbildung momentan weniger wild zu. Der Aufschwung der Ölpreise ist in eine Reflexionsphase eingetreten. Die kann etwas tiefere Notierungen bringen. Am mittleren Gesamtniveau wird sich nicht viel ändern. Und auch an der langfristigen Perspektive eines Ölpreisaufschwungs als Folge des Wirtschaftsaufschwungs in den neuen Industrienationen halten die Auguren fest. Spannend wird es allerdings um die Perspektive, wenn die Klimaschutznotwendigkeiten eines Tages zu konkreten und verbindlichen Handlungen führen. Das könnte das Ende des Aufwärtstrends der Ölpreise bedeuten. Soweit ist es noch nicht.

Konkret wurde die Erosion von Hoffen und Streben gestern nach Veröffentlichung der US-Bestandszahlen. Die waren auf den ersten Blick durchaus bullisch. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) meldeten Verluste in den Vorratslagern. Die Zuflüsse waren allerdings zuvor wetterbedingt behindert, sodass niemand daraus den erhofften Rückschluss auf eine anziehende Nachfrage zu ziehen wagte. Im Gegenteil, die Nachfrage brach sogar ein. Bei Heizöl betrug das Minus in den letzten vier Wochen elf Prozent. Zum Vorjahr beträgt es minus vier Prozent. Die prognostizierten kalten Temperaturen waren offensichtlich ebenfalls nur Hoffnung, in diesem Fall die Hoffnung der Finanzindustrie. Die Bestandszahlen lauten wie folgt:

Rohöl: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,0 (DOE) bzw. 4,9 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind etwas höher als in der Vorwoche und geringer als im Vorjahr. Die Raffinerieauslastung ist auf lausige 79 Prozent gefallen. Die Zahl unterstreicht die aktuelle Nachfrageschwäche besonders deutlich.

Die Ölpreise gaben nach Veröffentlichung der Bestandsdaten nach. Das geschah nicht zuletzt, weil sie zuvor in Hoffnung größerer Lagerabflüsse angestiegen waren. Heute Morgen setzt sich die Tendenz zum Preisabgang fort. Die Tonne Gasöl kostet 622,75 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 79,11 Dollar. Der US-Dollar wird zu 67,29 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Bewegung. Die Chance auf weiteren Rückgang in den kommenden Tagen sehen wir indes wachsen. Die Erwartung an die Höhe eines möglichen Preisabstiegs ist allerdings gering. Gleichwohl empfehlen wir potenziellen Kunden, die einen auskömmlich gefüllten Tank haben, mit dem Kauf zu warten. Sie könnten in ein paar Tagen oder Wochen weniger Geld für die Lieferung bezahlen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen