Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Aufwärtstrend in Frage gestellt

Am Freitag verbilligte sich Rohöl um fast einen Dollar. Im Handelsverlauf lag der Preisrückgang zeitweise sogar deutlich höher. Triftige fundamentale Gründe für einen derart starken Verfall gab es nicht. Im Wesentlichen wird er auf technische Umstände zurückgeführt. Der Aufwärtstrend ist nun angeschlagen. Eine Trendumkehr wäre denkbar.

Den USA bleibt eine Benzinknappheit erspart. Die Weltölnachfrage wächst nur langsam. Diese beiden Sätze spiegeln die aktuelle Konsensmeinung der Markteilnehmer wider. Sie werden aus den jüngsten Berichten über die US-Ölvorräte und aus dem IEA-Report (Internationale Energie Agentur) abgeleitet. Die IEA löste mit ihrem Monatsbericht die Verkaufswelle am Freitag aus. Die Zahlen der Veröffentlichung sprechen allerdings keine sehr deutliche Sprache. Daher ist es durchaus möglich, dass es zu einer schnellen Korrektur der Kursverluste kommt.

Die Weltölnachfrage wird im 3. Quartal 2003 auf 77,7 Mio. Barrel pro Tag steigen. Im vierten Quartal werden es 79,5 Mio. Barrel sein. Aktuell liegt die Nachfrage bei 75,7 Mio. Barrel. Gegenüber der letzten Schätzung erhöhte die IEA ihre Zukunftszahlen um 0,1 Mio. Barrel. Der aktuelle Verbrauch fällt allerdings geringer aus, als ursprünglich angenommen. Daraus schließt man, dass die Weltölvorräte gestiegen sein müssen. Dieser Umstand bleibt in den Zahlen der US-Tanklager weiterhin verborgen.

Die Lage im Irak hatte in den letzten Tagen wenig Einfluss auf die Preisentwicklung. Sie bleibt aber weiterhin ein wichtiger Einflussfaktor. An sie ist die Hoffnung auf sinkende Preise geknüpft. Und durch sie wird das Gegenteil ausgelöst, wenn der Fortgang nicht wie gewünscht verläuft. Die USA sind bemüht, die Stimmung positiv zu halten. Sie verkündeten am Donnerstag, dass sie mit einer internationalen Ausschreibung dafür sorgen werden, dass die Ölindustrie schnellmöglich wieder aufgebaut wird und zu der Stärke vor dem zweiten Golfkrieg 1990/91 zurückfinden soll. Damals wurden täglich 3,5 Mio. Barrel Öl gefördert. Im laufenden Monat strebt man die Förderung von 1,5 Mio. Barrel pro Tag an.

Die OPEC ist unterdessen sehr verunsichert. Sie steht bereit, jederzeit auf die Entwicklung der irakischen Ölproduktion zu reagieren. Allerdings bekommt sie in den nächsten Jahren starken Druck von den Nicht-OPEC-Staaten, die ihre Produktion ausbauen. Langfristige Einschätzungen sehen für die kommenden zwei bis fünf Jahre tiefere Ölpreise voraus. Der wachsenden Produktion steht ein eher langsam steigender Bedarf gegenüber.

Momentan bleibt allerdings der Auftrieb, den die Unsicherheit zur Lage der Ölversorgung verursacht, erhalten. Dass dieser nachhaltig durch die jüngsten Kursrückgänge gestört wird, ist zweifelhaft. Heute Morgen steigt der Gasölpreis leicht an. Mit 227$ pro Tonne liegt er am unteren Ende der Handelsspanne vom Freitag.

Unsere Heizölpreise verbilligten sich deutlich. Ein fallender Dollar und die fallenden Weltmarktpreise zeigten gemeinsame Wirkung. Spekulativ eingestellte Verbraucher behalten den Markt jetzt im Auge, um ein Preistief zum Kauf zu suchen. Wer es ruhiger mag, sollte jetzt einfach einkaufen. Die Preise sind in der Nähe eines 12-Montas-Tiefs.

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