Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Aufwärtstrend lässt sich nicht kippen

Eine wechselhafte Woche endete am Freitag mit der Fortsetzung des Aufwärtstrends. Der am Donnerstag gestartete Versuch, die Preise zu drücken, wurde jäh beendet. In New York verteuerte sich Rohöl gegenüber dem Vortag um 4,9%. Innerhalb einer Woche legte der Preis um 2,2% zu. Heute bleibt die NYMEX (New York Mercantile Exchange) wegen des Martin Luther Kings Tags geschlossen.

Die Preisbildung stand und steht fundamental im Zeichen der geringen Rohölvorräte und des Wetters in den USA. Beide Einflussfaktoren haben Überraschungen zu bieten. Die Vorräte sinken auf immer neue Tiefststände, die theoretisch die Versorgungssicherheit längst nicht mehr gewährleisten. Der tiefe Stand in den Lagern und der Umstand, dass es praktisch zu keiner Beeinträchtigung der Versorgung kommt, überraschen. Im Gegensatz zum Rohöl sind die Heizölvorräte außerordentlich hoch. Der Widerspruch zwischen den Rohöl- und Heizölbeständen sorgt für Verunsicherung und macht eine Einschätzung der Preisentwicklung außerordentlich schwer.

Die Temperaturen in wichtigen Heizölregionen der USA sollten nach einer kurzen Kälteperiode wieder steigen. Das taten sie auch. Allerdings nicht so hoch wie vorhergesagt. Inzwischen wird ein neuer Kälteeinbruch prognostiziert. Angesichts der schwer handelbaren Fakten aus den Vorratslagern wird dieser Umstand dankbar aufgenommen. Er ist eindeutig preistreibend.

Die Weigerung der OPEC, die Fördermengen zu erhöhen, wird von vielen Marktteilnehmern als ein weiterer bullischer Faktor gewertet. In Wirklichkeit handelt es sich allerdings um einen ebenso schwierig einzuschätzenden Sachverhalt wie die Bevorratung. Denn die OPEC produziert bereits deutlich mehr, als sie in ihrer Quotenregelung festschreibt. Sie überschreitet das Limit um 1,5 Mio. Barrel täglich. Das entspricht 6%. Lediglich der Irak kann ernsthaft für etwas Preisauftrieb sorgen. Denn von dort kam im Dezember weniger Öl als im November.

Die Preischarts werden von einem äußerst stabilen Aufwärtstrend dominiert. Der starke Preisrückgang am Donnerstag ließ Hoffnungen auf sein Ende aufkeimen. Diese Hoffnungen wurden einen Tag später bereits wieder zerstört. Der Trend steht. Neue Höchstpreise sind greifbar nahe.

Die Fonds waren in den letzten Wochen bullisch wie selten in der Geschichte. Es gibt noch keinen Grund zu der Annahme, dass sie ihre Haltung grundsätzlich ändern werden.

In den letzten Monaten war die Dollarentwicklung eine verlässliche Stütze der europäischen Verbraucher. Sie machte aus dem Aufwärtstrend der Ölpreise am Weltmarkt einen Seitwärtsverlauf der Gasöl- und Heizölpreise. In der zweiten Wochenhälfte setzte eine heftige Gegenbewegung ein. Eine Grundsätzliche Umkehr des Kursverlaufs erwartet derzeit allerdings niemand.

Zum Wochenbeginn legt der Gasölpreis wieder zu. Die Tonne kostet 277$. Der Preis ist absolut trendkonform.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Sie hatten sich bis Freitag Früh sehr erfreulich entwickelt. Zu dem Zeitpunkt befanden sie sich am unteren Rand einer seitlich verlaufenden Handelspanne. Für notwendige Winterkäufe waren sie gut. Wir rechnen damit, dass die Preise im Verlauf der Woche anziehen werden. Ein Ausbruch aus dem mittelfristigen Preiskanal befürchten wir derzeit allerdings nicht. Wer sich eindecken muss, sollte nicht lange zögern. Wer es sich leisten kann auf Schnäppchenpreise zu warten, sollte nicht handeln.

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