Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Bären erleben Waterloo

Die Woche könnte aus Sicht der Verbraucher besser nicht laufen. Das galt gestern Morgen. Heute Morgen müssen wir feststellen, dass der schöne Schein zerbrochen ist. In einer beispiellosen Rallye verteuerte sich Öl binnen Stunden. Gasöl legte dabei um 7,5% zu. Als Ursache wird eine Mischung aus fundamentalen und spekulativen Gründen genannt.

Die Initialzündung erhielt die rasante Bewegung vom US-Heizöl und vom Gasöl. Nachdem Händler die US-Vorratsdaten vom Vortag studiert hatten, stellten sie fest, dass es vor dem nahenden Winter eine Unterdeckung für Heizöl gibt. In einzelnen Regionen liegen die Bestände fast 20% unter denen des Vorjahres. Mit dieser Erkenntnis begannen die Londoner Broker ihren Arbeitstag. Bis zum Beginn der New Yorker Kollegen hatten sie Öl bereits deutlich teurer werden lassen. Als die notorisch nervösen US-Broker dann dazu kamen, ging die Post erst richtig ab.

Ein weiteres passendes Argument fanden die Händler in den europäischen Heizölvorräten. Auch die wurden für den September als beängstigend gering angegeben. In Deutschland weiß man natürlich, warum das so ist. Der Rhein war Schuld. Die Lage wird sich nun wieder bessern.

Der Turbo der Preisbewegung wurde schließlich von einigen Fonds eingeschaltet. Die soll es angeblich schon wieder auf der falschen Seite erwischt haben. Sie hatten Kontrakte auf fallende Preise (Short-Positionen), die sie, weil sie kein Öl liefern wollen, durch Zukäufe von Kontrakten auf steigende Preise (Long Positionen) glattstellen mussten. Für diese Zukäufe zahlten sie in ihrer Panik jeden Preis. Das trieb die Preise höher und höher. Nachdem sie in letzter Zeit häufiger auf der falschen Seite standen, sollten die Fonds langsam ihr Ölgeld verspielt haben.

Unterstützt wurde die ganze Sache gestern durch die Erkenntnis, dass Saudi Arabien erst ein einziges Schiff für Dezember-Lieferungen in die USA gebucht hat. Damit macht das Ölreich deutlich, dass die beschlossenen Kürzungen der OPEC umgesetzt werden.

In den Preischarts ergibt sich nun wieder ein glasklarer Aufwärtstrend. Zwar ist es wahrscheinlich, dass der exorbitante Anstieg mit sogenannten Gewinnmitnahmen heute etwas zurückgenommen wird. Aber die Richtung für die nächsten Tage sollte aufwärts zeigen.

Alles gegen die europäischen Verbraucher könnte die gestrige Devise an den Märkten gelautet haben. Denn auch der Dollar legte zu. Positive Meldungen vom US-Arbeitsamt führten zu dieser für die letzte Zeit ungewöhnlichen Lage.

Der Gasölpreis hat ein neues Nachkriegshoch erreicht. Heute Morgen bewegt er sich nicht. Er hat gestern ja auch mehr als genug getan. Die Tonne kostet zur Stunde 266,50$.

Unsere Heizölpreise steigen wieder. Zwar mutet die durch die gestrige Preisrallye ausgelöste Verteuerung gering an, wenn man sie mit der Veränderung nach dem Ende der Versorgungsengpässe im Inland vergleicht. Aber es ist zu befürchten, dass da noch einiges Potential für Preissteigerungen lauert. Daher ist schnell zu kaufen jetzt besser als später mehr zu bezahlen.

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