Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Bärische Reaktion auf bullische Daten

Die gestern veröffentlichten US-Vorratsdaten waren ein starkes Argument für steigende Preise. Aber weder dieses Argument noch andere fundamentale Aspekte spielten bei der Preisfindung eine Rolle. Die folgte vehement einer charttechnisch motivierten bärischen Eingebung. Die Preise fielen um rund 3 Prozent. Der Aufwärtstrend hat einen Dämpfer bekommen. Grundsätzlich kommt dieser nach dem steilen Anstieg der letzten Wochen nicht unerwartet. Nur das Zusammentreffen eines bullischen Impulses mit einer bärischen Reaktion überrascht. Der Dollar gab gestern leicht nach. Kursbewegungen waren im Vorfeld der heute anstehenden Zinsentscheidung der EZB gebremst.Die überraschende Reaktion auf die US-Bestandsdaten passt durchaus ins Bild der aktuellen Börse. Diese lässt keine verlässliche Prognose der weiteren Preisbewegung zu. Es liegen viele Daten vor. Über deren Verlässlichkeit lässt sich streiten. Eine sichere Einschätzung über die Entwicklung von Angebot und Nachfrage ist nicht möglich. Willkürliche Spekulationen können ins Feld sprießen. Händler suchen in der Charttechnik Halt. D.h., sie versuchen aus den Bildern der Preisbewegungen von gestern die Preise von morgen abzuleiten. Aktuell bedeutet das, dass ein kurzfristiger Preisrückgang hohe Wahrscheinlichkeit genießt.Trotz der Dominanz der Charttechnik sind die fundamentalen Daten erwähnenswert. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) sorgten gestern für zusätzliche Verunsicherung, indem sie wenig konsistente Zahlen vorlegten.Rohöl: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)Heizöl und Diesel: -3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -6,9 Mio. Barrel (API)Benzin: +2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,1 Mio. Barrel (API)In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,5 (DOE) bzw. 8,5 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind geringer als vor einer Woche und vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit hält sich hartnäckig bei jämmerlichen 87 Prozent. Das ist ein Fakt für Bullen.Die Vorratslage ist so gut wie identisch zur Situation vor 12 Monaten. Vor fünf Jahren war die Lage ebenfalls gleich. Zwischenzeitlich waren die Vorräte geringer. Vor einem Jahr waren die Preise etwas höher. Vor fünf Jahren lagen die Preise bei einem Drittel der heutigen Werte. Mittlerweile ist die Endlichkeit der billigen Öl- und Gasreserven eingepreist.Die kurzfristig nachgebenden Preise werden von Prognosen milderer Temperaturen in der zweiten Februarhälfte unterstützt. Die Verlässlichkeit so langer Wettervorhersagen ist nicht hoch. Den Börsianern reicht sie indes.Heute Morgen ist Gasöl wieder teurer als gestern Abend. Der deutliche Preisrückgang ruft nach etwas Gegenreaktion. Die Chancen für weiteren Preisrückgang sind dennoch gut. Die Tonne kostet 514,50 $.Unsere Heizölpreise geben nach. Sie folgen den Vorgaben des Weltmarkts. Ein Eigenleben des Binnenmarkts findet wegen extrem geringer Nachfrage fast nicht statt. Die Möglichkeit weiter fallender Preise halten wir für gegeben. Die jüngsten Tiefstwerte werden aber kaum wieder erreicht werden. Die Kaufbedingungen sind schlechter als vor drei Wochen aber besser als vor einem Jahr.

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