Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Börsianer sind milde gestimmt

Die Preise sind gestern um gut ein Prozent gestiegen. Sie folgen nach wie vor einem kurzfristigen Seitwärtstrend. Diese Tatsache kann angesichts grottenschlechter US-Bestandsdaten als positiv gewertet werden. Sie ist wohl dem weihnachtlichen Rückzug der Spekulanten zu verdanken. Eine Woche früher hätte der gemeldete Bestandsabbau locker vier bis fünf Prozent Preisanstieg gebracht. Die Devisenhändler haben die Weihnachtsferien ebenfalls angetreten. Der Dollarkurs zeigt kaum Veränderung. Er bewegt sich in einem engen Seitwärtsband.

Die Berichte von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) über die wöchentliche Veränderung in den US-Lagern weisen einheitlich ein schwarzes Loch bei den Rohölvorräten auf. Zudem sind die Heizölvorräte rückläufig. Die Zahlen lauten wie folgt:

Rohöl: -7,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -8,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 6,7 (DOE) bzw. 7,5 (API) Mio. Barrel. Die US-Importe sind geringer als in der Vorwoche aber höher als im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit ist auf 88 Prozent gefallen. Dieser Wert sendet einen zusätzlichen bullischen Impuls aus. Er wird teilweise durch höhere Produktenimporte entschärft.

Aussagekräftiger als die wöchentliche Momentaufnahme der Bestandsänderung ist der Verlauf der Bestände über mehrere Jahre. Er zeigt einen Rückgang der Rohölvorräte um sieben Prozent gegenüber Vorjahr. Der Gesamtbestand ist um vier Prozent gefallen. Vor drei Jahren waren der Rohölbestand und der Bestand einschließlich der Hauptprodukte Heizöl und Benzin auf gleichem Niveau wie heute. Vor fünf Jahren führten die Lager fünf Prozent weniger Öl. Das aktuelle Niveau gibt noch keinen Anlass zur Sorge. Die Rohölschwäche könnte darauf hinweisen, dass das Raffinerieproblem in den USA akzeptiert wird. Statt Rohöl einzuführen, werden Produkte importiert. Der gegenüber dem Rohölrückgang geringer gesunkene Gesamtbestand spricht für diese These.

Die US-Regierung will den Ölverbrauch zukünftig spürbar drosseln. Diese Weihnachtsbotschaft hat den bullischen Impuls, der in den Bestandsdaten zweifellos steckt, gedämpft. Ein wohlwollender Blick auf die Daten der Benzinvorräte lässt vermuten, dass die Amerikaner bereits weniger Autofahren. Entspannend wirkt auch, dass die Temperaturen in den US-Heizölregionen in den kommenden Tagen mild bis warm werden sollen. Schließlich hat der Konjunkturrückgang in den USA eine preisdämpfende Wirkung.

Das Fazit zur gestrigen Preisbewegung lautet, sie steht im Einklang mit der realen Marktlage. Im Vergleich zu den übertriebenen Reaktionen der letzten Monate ist sie aber ungewöhnlich milde. Den langfristigen Aufwärtstrend, der in erster Linie der Nachfrage Chinas geschuldet wird, wird eine geläuterte Sicht der Dinge nicht verhindern.

Heute Morgen halten sich die Preise auf dem gestern Abend erreichten Niveau. Eine Bewegungsrichtung ist noch nicht zu erkennen. Die Tonne Gasöl kostet 812,00 $.

Unsere Heizölpreise folgen dem Weltmarkt. Sie ziehen leicht an, ohne dabei den Seitwärtstrend zu verlassen. Bis zum Jahresende rechnen wir nicht mit einer Bewegungsverstärkung. Danach sehen wir weiterhin die Möglichkeit für moderate Korrekturen nach unten, wenn das Winterwetter milde ist. Einen Preisrückgang im Stil des Vorjahres wird es nach unserer Einschätzung aber nicht geben.

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