Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Bahrain stützt die Ölpreise

Die Demokratisierung des Nahen Ostens geht zurzeit in Bahrain weiter. Dort kam es gestern wieder zu verstärkten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Es wird von Toten und Verletzten auf beiden Seiten berichtet. Saudi Arabien stützt das Regime in Bahrain mit Polizei- und Militäreinheiten. Auch dadurch gerät das Königshaus in Saudi Arabien selber unter Druck. In Libyen steht Gaddafi nach eigenen Angaben vor der entscheidenden Schlacht. Innerhalb der nächsten 48 Stunden solle sich der Kampf entscheiden. Beide Komplexe stützen zurzeit die Ölpreise, weil die einzige Raffinerie in Bahrain heruntergefahren wurde und sich Saudi Arabien weiter angreifbar macht. Außerdem geht man inzwischen davon aus, dass Libyen auch nach einem Sieg Gaddafis nicht mehr an Europa Öl liefern wird.

Die Entwicklung in Japan drückt immer noch auf die Kurse an Aktien- und Rohstoffmärkten. Allerdings gibt es bereits Tendenzen, dass die Nachfrage Japans nach mineralischen Energiequellen zunehmen wird. Trotz der verschlechterten konjunkturellen Aussichten bleibt Japan einer der größten Ölverbraucher der Welt. Dies wird sich durch die Abkehr von der Atomenergie nicht ändern.

Gestern wurden die Zahlen über die aktuellen US-Bestände veröffentlicht. Der Abbau bei den Mineralölprodukten, insbesondere Heizöl und Benzin sorgten erneut für einen preistreibenden Effekt. Zwar sind die US-Mineralöl-Lager immer noch gut gefüllt, aber wieder einmal zeigte der psychologische Effekt der nicht eingehaltenen Erwartungen seine Wirkung. Der erneute Aufbau der US-Ölsorte WTI stabilisiert den Abstand zur Nordsee-Ölsorte Brent. Die aktuellen Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zur Lage in den US-Lagern lauten wie folgt:

Rohöl: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -4,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 5,0 (DOE) bzw. ein Aufbau von 0,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf weiterhin schwache 83 Prozent.

Heute Morgen werden die Daten vom Ölmarkt weiterhin durch die Geschehnisse in Bahrain und Japan in den Hintergrund gedrückt. Die Grundstimmung im Markt bleibt bullisch für die Ölpreise und bärisch für den Euro. Das ist keine gute Kombination für den deutschen Verbraucher. Die Tonne Gasöl kostet 957,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98,58 Dollar und in London zu 111,02 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 71,84 Eurocent.

Unsere Heizölpreise bewegen sich seit Anfang März nur noch wenig. Sie verharren auf hohem Niveau. Selbst die Katastrophe in Japan vermag den Ölpreisen keine entscheidend neue Richtung zu geben. Zu deutlich geht die Weltwirtschaft weiter mit einem starken Verbrauch an Rohöl einher. Dass der Nahe Osten diesen wichtigen Stoff möglicherweise nun verstärkt für den Wohlstand des eigenen Volkes gebrauchen wird, verstärkt die preistreibende Gesamtentwicklung. Auch Japans Katastrophe wird mit viel geliehenem Geld bewältigt werden. Auch das hat einen inflationären Einfluss. Sollte ein Super-Gau in Japan zu Panikverkäufen führen, würde sich die Grundstimmung möglicherweise ändern. Da die Börsen kaum Besserung versprechen, kann man nur auf das Wetter hoffen und dass der Vorrat im Keller reicht. Wer sich hierüber Klarheit verschaffen will, sollte unseren elektronischen Peilstab verwenden.

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