Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Balance der Stimmung

Für jede Bewegung in eine Richtung hat der Markt momentan ein Gegenargument parat, das die Preise wieder einfängt. Gestern sah es lange danach aus, als sollte sich die Meinung von der Überversorgung der Märkte durchsetzen. Die Preise gaben ordentlich nach. Doch gegen Ende des Tages gewann die Sorge um eine Ausweitung des Terrors die Herzen der Händler und egalisierte die aufgelaufenen Kursverluste.

Jetzt kann nur eine handfeste Überraschung helfen. Die Schätzungen für die heute zur Veröffentlichung anstehenden Daten über die US-Ölvorräte gehen von einem Abbau bei Rohöl aus und von nur mäßig steigenden Vorräten für die Summe aller Produkte. Es ist ein klares Zeichen für einen Wandel der Meinungen weg von der Idee der Überversorgung. Allein ein deutlicher Aufbau der Rohölvorräte könnte die Grundstimmung für fallende Preise wiederbeleben.

Am Beispiel Irak lässt sich die lähmende Widersprüchlichkeit, die fallende Ölpreise verhindert, deutlich machen. Die USA wollen die irakische Ölproduktion bis Mitte Juni auf 1,2 Mio. Barrel pro Tag steigern. Iraker sprechen davon, bis zum Jahresende 3 Mio. Barrel pro Tag zu erreichen. US-Ölexperten nehmen sich für dieses Vorhaben 1 Jahr Zeit.

Diesen vielversprechenden Zielen steht die Tatsache gegenüber, dass 70-80% der Zerstörungen an den Ölanlagen des Landes durch Plünderungen nach Kriegsende erfolgten. Bei North Oil, die den Krieg ohne große Verluste überstand, kamen in den letzten Wochen 300 PKW, 300 Busse, 200 LKW und 200 große Ausrüstungsteile abhanden. Den Mai über kam es zu schweren Beschädigungen an wichtigen Pipelines.

Im Irak herrscht blankes Chaos. Die Zahl der Sicherheitskräfte des Ölministeriums betrug einst 10.000 ? 12.000 Mann. Derzeit sind 500 von ihnen an der Arbeit. Die USA kontrollieren gemeinsam mit Kurden lediglich 14 von insgesamt 80 wichtigen Einrichtungen von North Oil. Damit sind sie am Ende ihrer augenblicklichen Möglichkeiten.

Dass der Markt angesichts solcher Meldungen wenig Hoffnungen in den Irak setzt und die nach Kriegsende rasant fallenden Preise in Erwartung großer Ölströme nun stoppt, ist naheliegend. Solange es kein Zeichen für eine Änderung der Lage im Irak und der Terrorgefahren gibt, wird der Ölpreis immer unter Auftrieb leiden. Nur Russland mit seiner Produktionssteigerung und eine Wende in der OPEC-Strategie könnte da Abhilfe schaffen.

Heute Morgen steigt der Gasölpreis leicht. Mit 221$ pro Tonne bleibt er aber innerhalb der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise sind wegen des kontinuierlich fallenden Dollars besser dran. Fast schnurgerade geht er seit Wochen abwärts. Und es ist keine Ende in Sicht. Daher sehen wir immer noch kleine Verbesserungsmöglichkeiten für den Heizölpreis. Unabhängig davon sind die Preise auch jetzt für große Einkäufe allemal gut.

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