Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Banken machen Politik

Beflügelt durch die bankentreue Haltung europäischer Politiker und die Erwartung eines Zinsabschlags durch die EZB wird die Finanzszene Öltitel und Dollar heute wahrscheinlich wieder steigen lassen. Die Zeche zahlen Verbraucher und Steuerzahler. Da sie beides in einer Person sind, zahlen sie doppelt. Banken machen Kasse. Politik kann der Nummer, die sie mit der ersten Bankenrettung gebar, nicht mehr entkommen. Ihr gelingt es nicht, das Heft des Handelns durch eine neue Strategie zurückzuerobern. Die Finanzszene taktet ihre Druckerhöhung so, dass keine Zeit für die Entwicklung einer anderen Politik bleibt. Damit sind die Parlamente matt gesetzt. Änderung kann nur aus der Mitte der Gesellschaft kommen und sie muss von dort kommen. Menschen haben über ihre Art zu wirtschaften und zu kommunizieren immer noch die Gestaltungshoheit in Städten, Regionen und Ländern. Mit Blick auf den Ölpreis hat die politische Klasse auch auf ihrem originären Betätigungsfeld, der Außenpolitik versagt. Durch die gescheiterten Atomverhandlungen mit dem Iran öffnet sie der Finanzszene ein zweites Einfallstor zur Durchsetzung ihrer Strategie der Vermögensexpansion. Wie Anfang des Jahres werden die Ölnotierungen mit Hilfe wilder Kriegsspekulationen erneut in die Höhe gehievt.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Beschlüsse zur europäischen Bankenrettung
Finanzszene erwartet weitere Stützungsaktionen von Notenbanken
Ausfälle in Norwegen
Irans Öllieferungen werden boykottiert
Kriegsgefahr zwischen Syrien und der Türkei
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer
China importiert so viel Öl wie nie zuvor

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Serie schwacher Konjunkturdaten weltweit
US-Verbrauch auf 15-Jahres-Tief
US-Produktion auf 14-Jahres-Hoch
OPEC produziert über Quote
Hohe Ölbestände weltweit
China importiert Öl aus dem Iran
Schuldenkrise in den alten Industrieländern

Unsere Heizölpreise steigen immer schneller. Mehr als durch die Vorgaben des Weltmarkts werden sie durch Nachschubschwierigkeiten im Binnenmarkt getrieben. Zentrum des Problems ist Bayern. Dort sind die Auslieferungslager leer. Händler bedienen sich im Südwesten und Südosten. Das führt auch dort zu Engpässen, die in die angrenzenden Regionen ausstrahlen. Dass sich die Lage so entwickeln konnte, hat zwei Ursachen, die lagebedingte Unflexibilität der bayrischen Öllogistik und die Volumina der Verbrauchertanks. Sie sind im Süden größer als im Norden. Während im Norden die jährliche Befüllung üblich ist, kann diese im Süden um ein oder zwei Jahre verschoben werden. Die letzte Kaufwelle fand im Führjahr 2009 statt. Danach wurde es ruhig im Heizölmarkt. Lieferanten stellten sich darauf ein. Offensichtlich hat sich ein Zwang zum Kauf entwickelt, mit dessen Ausprägung niemand rechnen konnte, zumal die Preise nicht unter die Vorjahreswerte fielen. Durch den Preisanstieg der letzten Tage wird die Kaufwelle gedrosselt. Das bietet die Chance, bis Ende August zu normalen Verhältnissen zurückzukehren. Mit Blick auf die vergangenen Preise lohnt es sich derzeit nicht mehr, Heizöl zu ordern. Mit Blick auf die zu erwartenden Preise macht das dennoch Sinn. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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