Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Befürchtete Benzinlücke treibt Preise aufwärts

Die überraschende Freilassung der im Iran festgehaltenen britischen Soldaten wurde mit einem Abwärtsschwenk der Preise aufgenommen. Die erneut gesunkenen US-Bestände drehten sie wieder ins Plus. Sorgen vor einer Benzinlücke halten die Produktenpreise im Aufwärtstrend. Schuld am Geschehen ist eine nicht endende Serie von Problemen an US-Raffinerien. Der Dollar geht nach abermals schwachen US-Konjunkturdaten in die Knie und bestätigt damit seinen Abwärtstrend.Die ?Begnadigung? der britischen Soldaten durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad war ein Coup, der vor allen Dingen George Bush und seine Politik der Härte schlecht aussehen lässt. Teheran zeigt menschliches Antlitz. Es will diejenigen Lügen strafen, die durch Isolation und Nichtverhandeln ihre politischen Ziele durchsetzen wollen. In die gleiche Kerbe schlägt der Syrien-Besuch der US-Oppositionsführerin Nancy Pelosi. Ohne Zweifel liegt hier ein Schlüssel, Auftriebstendenzen der Ölpreise zu reduzieren. Die iranische Inszenierung war ein Knaller. Preislich hat sie kaum etwas gebracht. Es gibt weitere Gründe für die bullische Lage am Ölmarkt. Die von George Bush vehement vorangetriebene Erweiterung der Sanktionen gegen Teheran wegen des Atomstreits ist einer davon.Ein anderer ist die Lage der US-Raffinerien. Woche für Woche wird der beklagenswerte Zustand an Hand der Bestandsdaten deutlich. Dabei hat der Markt momentan eine Vorliebe für die negative Interpretation des Zahlenmaterials. Es gibt wenig Anlass für Vertrauen in seine Korrektheit. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) machen seit einiger Zeit widersprüchliche Angaben zu den Lagerbewegungen. Die jeweils ungünstigere Variante zur Beschreibung der Versorgungssicherheit wird für die Preisbildung herangezogen. So war es auch gestern.Rohöl: +4,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)Heizöl und Diesel: 0,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)Benzin: -5,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,7 (DOE) bzw. 0,0 (API) Mio. Barrel. Die Importe zogen wieder an. Sie sind höher als vor einer Woche und vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit verharrt bei 87 Prozent. Das ist ungenügend. Hier liegt ein wesentlicher Grund für steigende Preise. Die setzten sich gestern in New York bezeichnenderweise nur bei Heizöl und Benzin durch.Rohöl wurde zumindest in New York nicht teurer. Derzeit klafft eine ungewöhnlich große Lücke zwischen den Rohölpreisen für West Texas Intermediate (WTI, Börse New York) und Brent (Börse London). Das Barrel WTI kostet 64,35 Dollar. Das Barrel Brent kostet 68,40 Dollar. Brent beschreibt einen deutlicheren Aufwärtstrend als WTI. Der Unterschied spiegelt die Gewichtung der Einflussfaktoren wider. In den USA geht der bullische Trend von den Raffinerien aus. In Europa sieht man den Ölmarkt generell bullisch. Gleichwohl rechnen Analysten mit einer Abschwächung des Aufwärtstrends. Die Einstellungen tendieren zu neutral.Heute Morgen schließt der Gasölpreis an die hohen Werte von gestern Abend an. Die Tonne kostet 585,25$.Unsere Heizölpreise werden schon wieder aufwärts gezwungen. Der Weltmarkt lässt ihnen keine andere Wahl. Wie in den Vorjahren erweist sich der Benzinmarkt als Motor des Frühjahrsanstiegs der Preise. Durch die starke politisch verursachte Aufwärtsbewegung der letzten Woche bekam der Preischart einen neuen Charakter. Die Interpretation eines Seitwärtstrends ist nicht mehr möglich. Seit Januar liegt ein Aufwärtstrend vor. Der Preisvorteil zum Vorjahr kann aber gehalten werden.

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