Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Befreiung aus der Geldflut

Die Ölpreise entwickeln sich nach dem Versprechen von EZB und FED, die Finanzmärkte mit Geld zu fluten, besser als erwartet. Ihren Spaß lassen Finanzjongleure am Aktienmarkt aus. Am Ölmarkt verbrennen sie sich derzeit die Finger. Hier war die Vorfreude für sie effektiver als die Realität. Die ist seit Bekanntgabe des Geldsegens weniger von spekulativer Hoffnung als von fundamentaler Realität geprägt. Im Klartext heißt das, das Angebot ist üppig, die Nachfrage ist schwach. Daran konnten bisher weder das Ölembargo gegen den Iran noch die sturmbedingten Abschaltungen von Anlagen im Golf von Mexiko und auch nicht die verminderte Produktion in der Nordsee wegen Wartungsarbeiten an den Pumpstationen etwas ändern. Die zuvor praktizierten preistreibenden Geldflüsse in Ölpapiere werden nun massiv infrage gestellt. Man kann einen kleinen Ausverkauf beobachten. In den letzten drei Handelstagen verloren Rohöl rund sieben und Gasöl (Vorprodukt für Heizöl) rund sechs Prozent an Wert. Die Währungsrelation zwischen Dollar und Euro blieb derweil annähernd konstant.

Die gute Versorgungslage wird durch die aktuellen US-Bestandsdaten bestätigt. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Datenerhebung zuständigen Institutionen, liefern bärische Zahlen aus den Lagern. Sie lauten wie folgt:

Rohöl: +8,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 6,8 (DOE) bzw. 1,4 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist mit 88 Prozent immer noch relativ niedrig. Das ist weiterhin die Folge von Abschaltungen wegen des Hurrikans im Golf von Mexiko vor vier Wochen Die Gesamtbevorratung liegt gleichwohl nur drei Prozent unter dem Vorjahr, wie diese Grafik zeigt. Angesichts der allgemeinen Nachfrageschwäche und des saisonalen Endes der reisebedingten Benzinnachfrage in den USA ist sie üppig.

Nach eigener Bekundung engagiert sich Saudi Arabien für niedrigere Ölpreise. Man ließ bereits bei der Ankündigung des Ölembargos im Frühjahr verlauten, dass man auf Ausfälle iranischen Öls jederzeit reagieren könne. Die vorsorglich durch eine höhere Produktion gefüllten Lager, deren Mengen der Markt nicht vollständig aufnehmen kann, belegen dies. Diese Mengen scheinen nicht nur ein Mittel gegen politisch, sondern auch gegen finanztechnisch getriebene Preise zu sein. Saudi Arabiens Haltung ist ambivalent. Einerseits ist den Ölverkäufern bewusst, dass zu hohe Preise geschäftsschädigend sind. Anderseits benötigt das Land einen hohen Ölpreis, um die teuren Sozialprogramme zu finanzieren, die Zustände wie in anderen arabischen Staaten vermeiden sollen.

Heute Morgen sieht es so aus, als sollte der Abgang der Ölpreise fortgesetzt werden. Er verläuft kräftig aber nicht panisch. Die Finanzszene scheint nach wie vor Herr ihrer Sinne zu sein. Das zeigt der Aufstieg der Aktiennotierungen. Erst wenn der ebenfalls in die Knie ginge, wäre ein Absturz greifbar. Die Tonne Gasöl kostet 950,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 90,78 Dollar und in London zu 107,31 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,23 Eurocent.

Unsere Heizölpreise haben den Aufwärtstrend beendet. Sie befinden sich nun in einem Seitwärtstrend. Der erlaubt noch rund drei Cent tiefere Preise pro Liter (bezogen auf 3000 Liter Liefermenge). Diese zu realisieren, wird angesichts einer starken Nachfrage im Binnenmarkt schwieriger. Wie bereits bei der Kaufwelle im Juni werden wieder Engpässe in einigen Regionen spürbar. Sie wirken als Bremse im Preisabgang. Dennoch ist es aus meiner Sicht gerechtfertigt, die Spekulation auf tiefere Preise zu wagen. Dabei sollte man aber schnell auf ein Drehen der Preisrichtung mit einem Kauf reagieren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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