Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Benzin hat ausgedient

Die Benzinpreise zeigen Abwärtsreaktionen nach der Übertreibung der letzten Tage. Aber Rohöl bleibt in einem ungebrochenen Aufwärtstrend. Der Rohstoff wird sich vom Benzin als Preismotor abkoppeln. Die Rolle wird ab September vom Heizöl übernommen.

Händler rechnen damit, dass die knappe US-Versorgung weiterhin das wichtige Thema bei der Preisbildung sein wird. Nachdem die Fahrsaison Anfang September ihrem Ende zu geht, wird Benzin nicht mehr der Seismograph für die Befindlichkeit der Ölversorgung sein. Mit dem bevorstehen Winter werden die Augen auf die Heizölvorräte und die Produktion gerichtet. Die gelagerten Mengen sind einigen Analysten teilweise zu gering. Dieser Umstand wird einen flotten Preisrückgang nach dem ?Benzinhoch? verhindern.

Die direkten Einflussfaktoren auf den Rohölpreis werden ebenfalls von Zeit zu Zeit ihre Auftriebskräfte zeigen. Es sind in erster Linie Unruhen und Terror in einigen Lieferländern. Auf der anderen Seite stehen steigende Liefermengen aus den wichtigen Nicht-OPEC-Ländern, allen voran Russland. Sie sollen die erhoffte Entspannung der Preise bringen.

Die OPEC wird nicht müde zu betonen, dass sie die Gefahr eines Preisverfalls sieht. Sie begründet das in erster Linie mit den Möglichkeiten, die der Irak bei der Ölförderung hat. Derzeit scheint diese Begründung eher in das Reich der Phantasie zu passen. Aber vielleicht sehen die Ölbarone etwas, was uns verschlossen bleibt.

Vorhersagen zur Preisentwicklung bleiben reine Spekulation. Da sich die Hoffnungen, die mit dem Irakkrieg verbunden waren, als unrealistisch herausstellten, sehen wir die Grundlage für eine langfristige Erhöhung des Preisniveaus als gegeben an. Dabei könnten die aktuellen Preise durchaus eine Referenz darstellen.

Heute wird nicht die Frage der Langfristigkeit gehandelt. Heute werden wieder die Lagerdaten der USA die Preise machen. Es gibt keine verlässlichen Schätzungen zu dem, was heute Nachmittag veröffentlicht wird. Unerwartete Preisausschläge dürfen also nicht überraschen.

Heute Morgen steigt der Gasölpreis. Er befindet sich mit 249,25$ pro Tonne wieder sehr nahe an der wichtigen 250$-Marke.

Unsere Heizölpreise gehen teurer in den Tag. Charttechnisch droht ein Fortgang des Aufwärtstrend. Vom Weltmarkt könnte er durchaus Unterstützung bekommen. Beim kräftig gestiegenen Dollar ist allerdings eine Gegenreaktion fällig. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sehen wir die Preise in einer Spanne zwischen höheren und tieferen Werten als heute. Den großen Preisverfall sollte niemand erwarten. Der Einkauf für den Winter wird kurzfristig nicht billig werden.

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