Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Benzin zieht Ölpreis hoch

Die Ölpreise steigen. Ihr Aufwärtstrend ist intakt. Motor der Bewegung ist der Benzinpreis. Er hat an der New Yorker Börse ein neues Jahreshoch erreicht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in Kürze das Allzeithoch aus dem Jahr 2005 überschritten werden. Ursächlich für den gestrigen Preissprung waren die Zahlen über die Raffinerieauslastung in den US-Bestandsmeldungen. Der Dollar nähert sich seinem Allzeittief zum Euro aus dem Jahr 2004. Es liegt bei 0,7318 Euro. Aktuell kostet der Dollar 0,7328 Euro.

Die Entwicklung der Verfügbarkeit vermitteln den Eindruck, dass die US-Raffinerien in einem Zustand sind, der mit dem der petrochemischen Anlagen der ehemaligen DDR vor ihrem Zusammenbruch vergleichbar ist. Fast täglich wird von technischen Problemen und vorübergehenden Stilllegungen berichtet. Die Verfügbarkeit wird aktuell mit 88 Prozent angegeben. Die Zahl stammt aus den gestern vorgelegten Statistiken von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) über die Vorratslage der USA. Sie ist um zwei Prozent schlechter als in der Vorwoche. Die erhoffte Besserung der Situation ist nicht eingetreten. Im Gegenteil, das Problem scheint sich zu verschärfen. Es ist der Grund für die deutlich bullische Einstellung am Benzinmarkt. In seinem Schlepptau werden die Ölpreise insgesamt in die Höhe gezogen. Die weiteren Daten der Bestandsberichte lauten wie folgt:

Rohöl: +2,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: 0,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,7 (DOE) bzw. ein Aufbau von 3,6 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind höher als vor einer Woche und geringer als vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit sinkt auf 88 Prozent.

Neben der US-Raffinerieschwäche unterstützt die Lage in Nigeria und der Atomstreit mit dem Iran die bullische Tendenz der Preisentwicklung. Nigeria hat eine undemokratische Präsidentenwahl hinter sich, deren Ergebnis von der Opposition nicht akzeptiert wird. Man rechnet in den kommenden Wochen mit Unruhen, die auf die Ölindustrie übergreifen und zu Produktionseinbußen führen könnten. Momentan ist die Produktionsfähigkeit fast vollständig gegeben. Der Atomstreit mit dem Iran birgt erhebliche Risiken für die Ölversorgung. Die Drosselung der Öllieferungen ist eine denkbare Reaktion auf die schärferen Sanktionen. Z.Z. verhandelt die EU. Die USA lehnen es weiterhin ab, mit Teheran auf Augenhöhe zu sprechen. Das, so scheint es, wäre die einzige Möglichkeit, den Konflikt zu entschärfen.

Charttechnisch liegt eine eindeutig bullische Marktsituation vor. Der Aufwärtstrend für Rohöl der Sorten Brent und WTI, Gasöl, US-Heizöl und Benzin ist ohne Einschränkungen aber in verschiedener Stärke gültig.

Heute Morgen ist Gasöl teurer als gestern. Die Tonne kostet 593,25 $.

Unsere Heizölpreise profitieren vom fallenden Dollar. Er stellt ein Gegengewicht zum steigenden Ölpreis dar. Die Dollarbewegung hat aber nicht die Stärke des Ölpreises, so dass sie einen Anstieg lediglich dämpfen nicht aber verhindern kann. Der Handel hat keine Möglichkeit mehr, dämpfend einzugreifen, weil die Margen im Binnenmarkt gegen Null gehen. Das ist ein Tribut an die extrem schlechte Verkaufssituation. Anders sieht es bei den Raffineriegesellschaften aus. Sie erzielen gute Margen und können damit spielen. Der Handel muss sich ihrem Preisdiktat fügen. Der Verbraucher kann sich immerhin verweigern. Nach Lage der Dinge wird die Preisentwicklung in den Sommermonaten kaum abwärts zeigen. Insofern könnte sich die Macht der Kaufzurückhaltung gegen die eigenen Interessen richten.

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