Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Bernanke enttäuscht, Geldregen stützt Euro nicht

Während in Europa die Banken mit frischem Geld geflutet werden, stellt der Chef der amerikanischen Zentralbank, Ben Bernanke, klar, dass es bis auf weiteres keine erneuten Hilfsprogramme für die amerikanische Wirtschaft geben wird. Dadurch gaben die amerikanischen Aktienmärkte, aber auch die Ölnotierungen gestern nach, weil Anleger den vermeintlich sicheren Hafen des Dollar gesucht haben. Das wirkte sich auch negativ auf den Euro aus. Diesseits des Atlantiks macht bereits das Wort der Dragi-Blase die Runde. Der neue EZB-Chef wird zwar für das Erreichen der Absenkung der Zinsen für die Staatsanleihen Italiens und Spaniens gelobt, aber seine Gießkannenmethode – Geld über alle europäischen Kreditinstitute, unabhängig von der Notwendigkeit auszuschütten – kommt in den Verdacht, am langen Ende inflationär zu wirken. Dies triebe die Aktienmärkte und die Ölnotierungen wieder in die Höhe. Dem deutschen Heizölverbraucher muss das allerdings nicht sofort interessieren. Diese Rechnung wird wahrscheinlich erst im nächsten Jahr aufgemacht. Neben der Ankündigung von Bernanke wurden auch wieder die US-Lagerdaten gehandelt. Diese werden wöchentlich veröffentlicht, so auch gestern. Sie führten zu einem kurzfristigen Kursverlust. Die Daten sind uneinheitlich. Allerdings spricht die vertraulichere Quelle von einem erneuten Aufbau der Lagermengen. Demnach sind die USA immer noch ausreichend mit Öl versorgt. Die Bestandszahlen von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) lauten für die abgelaufene Woche wie folgt:

Rohöl: +4,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,5 (DOE) bzw. ein Abbau von 3,7 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf 88 Prozent gestiegen. Die Gesamtbestände nähern sich dem Vorjahresniveau an und schwingen auf dem Niveau von 2009.

Im Irankonflikt haben die US-Behörden ein weiteres Embargo-Loch gestopft. Eine Bank aus Abu Dhabi hatte für den Iran Ölgeschäfte abgewickelt. Dies ist nun unterbunden und die Hoffnung keimt auf, dass dies den Iran zurück an den Verhandlungstisch führt. Dies könnte zu einem Preisnachlass führen.

Unsere Heizölpreise standen gestern gut da, bewegten sich dann aber nur noch wenig. Die Geschehnisse an den Börsen hoben sich gegenseitig auf. Leider verlor der Euro mehr als er im Vorfeld der Geldspritze durch die EZB gewonnen hatte. Hierbei kommt die deutsche Weigerung zur Erhöhung des Finanzrahmens des ESM zum Tragen. Trotz der Freude über den letzten Preisnachlass überwiegen die Gefahren für den Heizölpreis die Chancen auf einen niedrigen Kurs. Deswegen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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