Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Bernanke und der schöne Schein

Ölpreise werden in den USA gemacht. Diese alte Regelung hat sich bis heute kaum geändert, obwohl die USA auf dem besten Weg sind, ihren Einfluss zu verlieren. Als Energieverbraucher wurden sie von China bereits auf Platz zwei verdrängt. Als Ölverbraucher werden sie in acht bis neun Jahren die Spitzenposition abgeben. Den Titel Führende Wirtschaftnation werden sie innerhalb einer Generation verlieren. Die Veränderungen können schneller verlaufen, wenn die USA keine Konsensstrategie zur Überwindung der Überschuldung finden. Dass Öl in dem Fall deutlich günstiger wird, ist höchst unwahrscheinlich. Öl wird im Laufe der Jahre zunehmend zum knappen Gut werden. Aktuell ist es das noch nicht, zumindest nicht im Bezug auf seine Lieferbarkeit. Es fehlt aber bereits heute an nennenswerten Reserven, um größere Störungen der Versorgungskette ausgleichen zu können. Das ist der physische Grund für die hohen Preise. Ein anderer Grund ist das Überangebot an freien Finanzmitteln, die nach Anlage streben. In den letzten Wochen musste man feststellen, dass Anleger weit mehr Vertrauen in Öl- als in Aktienanlagen setzen oder besser gesagt weniger Misstrauen gegenüber Ölinvestments hegen. Deshalb folgten die Ölnotierungen den fallenden Aktienkursen nur zögernd. Die Finanzmittel werden dem Ölkomplex erst massiv entzogen werden, wenn das Finanzsystem wieder wie in 2008 zu kollabieren droht. Die Vorgänge in den USA und in Europa lassen den Kollaps möglich erscheinen. Am Freitag konnte Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank, entsprechende Befürchtungen durch ein paar schöne Worte beschwichtigen. Wer genau verstehen wollte, erfuhr allerdings, dass die Möglichkeiten der US-Notenbank erschöpft sind. Nun kann nur noch der Staat helfen. Der ist auf Grund des fundamentalen Richtungsstreits bekanntermaßen handlungsunfähig. Der Effekt der Bernanke-Rede, steigende Öl- und Aktiennotierungen, könnte somit schnell wieder kassiert werden.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Saudis denken über Mengenkürzung nach
Chinas Ölkonsum wächst rasant
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
Nordsee-Öl fließt unzureichend

preisdrückende (bärische) Einflüsse: US-Benzinverbrauch deutlich gesunken
EU-Konjunktur gibt nach
US-Konjunktur läuft schlecht
Nachfrageprognosen gesenkt
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Markt gut mit Öl versorgt

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Veränderung. Die Verteuerung der Notierungen an den Börsen wurde durch fallende Dollarkurse weitgehend ausgeglichen. In den kommenden Tagen erwarten wir keine großen Veränderungen. Die Stimmung der Finanzjongleure ist wechselhaft. Große Panik oder große Euphorie ist nicht angesagt. Wenn Emotionen steigen sollten, ist allerdings eher die Panik als die Euphorie zu erwarten. Es macht Sinn, die Vorgänge eng zu verfolgen, um plötzliche Ereignisse gegebenenfalls für einen günstigen Kauf nutzen zu können. Dabei kann unser Preiswecker hilfreich sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben.
Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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