Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Bestandsdaten erhöhen Preisdruck

Der Rohölpreis kämpft mit der 50-Dollar-Marke. Ausgesprochen bärische US-Bestandsdaten machen die Unterstützung zur Farce. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sie fallen. Preise unter 50 Dollar werden kommen. Einzig die Aussichten auf eine Kältewelle im Nordosten der USA können den Abgang bremsen. Verhindern können sie ihn kaum. Der Dollar verliert gegen den Euro an Wert. Dabei sprachen neue Konjunkturdaten für die US-Währung. Doch der US-Notenbankchef Bernanke erschreckte Devisenhändler mit der Warnung vor einer Finanzkrise.

Im Tagesverlauf hielt sich der Ölpreis gestern wacker. Der neue IEA-Report (Internationale Energie Agentur) ergab ein ausgeglichenes Bild. Es wurden minimale Korrekturen gegenüber dem letzten Report vorgenommen. Danach entwickelt sich die Angebotsseite gut. Insbesondere Nicht-OPEC-Länder werden ihren Ausstoß steigern. Die Nachfrageseite steigt in 2007 schwächer als in 2006. Die Prognose trug ab dem vierten Quartal 2006 zum Abwärtstrend der Preise bei.

Die Aussicht, dass im dritten Januardrittel eine Kältewelle kommen soll, lindert zwar den Preisdruck, kann ihn aber nicht brechen. Das für den Winter vorgehaltene und nicht verbrauchte Öl übt große Entspannung auf die Versorgungslage aus. Momentan herrscht eher das Gefühl von Überfluss als von Knappheit. Nicht zuletzt durch diese Situation sind geopolitische Probleme uninteressant für die Börse geworden.

Wirklich interessant war gestern die Veröffentlichung der US-Vorratsdaten. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) eröffneten mit ihren Zahlen erneut den Ausverkauf von Ölpapieren. Folgendes gaben sie zu Protokoll:

Rohöl: +6,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 11,2 (DOE) bzw. 11,3 (API) Mio. Barrel. Die Werte sind ungewöhnlich nah beieinander. Die Rohölimporte liegen deutlich über der Vorwoche und dem Vorjahr. Die Heizölimporte sind zurückgegangen. Sie sind aber noch höher als im Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit ist erheblich auf 88 Prozent eingebrochen. Vor einigen Monaten hätte das einen bullischen Impuls ausgelöst. Jetzt spielt der schlechte Wert keine Rolle bei der Preisbildung.

Die Bestandslage ist im Vergleich mit den letzten fünf Jahren äußerst komfortabel. Einzig im Verlauf des letzten Jahres war sie zeitweise besser. Bezogen auf die Jahreszeit ist sie topp. So ist es nicht erstaunlich, dass die Preise nach Veröffentlichung der Zahlen erodierten.

Charttechnisch ist der Abwärtstrend in nahezu perfekter Verfassung. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die leichte Überhitzung lässt eine Gegenbewegung erwarten. Ein Zwang hierzu besteht aber nicht.

Heute Morgen ist der Gasölpreis etwas höher als gestern Abend. Die Differenz liegt im Rahmen der normalen Kursschwanung. Für die Tonne werden 465,00 $ gezahlt.

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Sie haben das Niveau von Mitte 2005 erreicht. Der Trend weist stolz abwärts. Der Abgang sollte mit ruhigen Respekt aufgenommen werden. Trotz der klaren Trendlinie ist die Ölwelt immer für Überraschungen gut. Das zeigt sie nicht zuletzt im aktuellen Preisniveau, das niemand für möglich gehalten hätte. Beste Käuferbedingungen.

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