Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Bestandsdaten ohne Auswirkung

Die gestern veröffentlichten US-Bestandsdaten hatten kaum Einfluss auf die Ölpreise. Zwar waren die Ölnotierungen im Vorfeld der Veröffentlichung stark gefallen. Nachdem die Daten aber heraus gegeben waren, erholten sich die Kurse schnell wieder. Insgesamt gingen die Preise für Ölpapiere gestern gestärkt aus dem Markt. Die Impulse kommen in dieser Zeit aus dem Devisenhandel. Die Krise um die Staatsschulden in einigen Euro-Ländern und den USA halten die Devisenhändler auf Trab. Heute treffen sich nun die Regierungsspitzen der Euro-Länder in Brüssel, um über weitere Hilfen für Griechenland zu beraten. Das Sondertreffen war einberufen worden, nachdem auch Italien in den Strudel von Abwertungen und Schwierigkeiten der Refinanzierung zu geraten schien. Gestern waren nun zunächst der französische Präsident Sarkozy und später der Präsident der Europäischen Zentralbank Trichet nach Berlin gereist, um die deutsche Kanzlerin für eine gemeinsame Lösung auf Linie zu bringen. Dass sich die Kanzlerin, die sich bisher nicht einer Kompetenz in Wirtschaftsfragen rühmen konnte, dem Aktionismus und Lobbyismus der Herren Sarkozy und Trichet erwehren konnte, darf nicht mal im Ansatz erwartet werden. In der Frage der Beteiligung der Banken könnte Merkel also entweder wieder eine 180-Grad-Wendung hinlegen oder Sarkozys Idee von einer Banken- bzw. Finanzmarktsteuer übernehmen. Die Meldung, dass sich Frankreich und Deutschland geeinigt hätten, hatte aber bereits in der Nacht eine beruhigende Wirkung auf den Kurs des Euros.

Für die Entwicklung der Heizölpreise zerren gerade zwei Kräfte in verschiedene Richtungen. Ausgelöst werden beide von der Schuldenkrise. Eine Auswirkung der Schuldenkrise ist, dass immer mehr Geld in den Finanzmarkt gepumpt wird und so ein Trend zu höheren Notierungen an den Börsen entsteht. Die andere Auswirkung geht von den Sparprogrammen aus. Die zuletzt gut laufende Weltwirtschaft droht unter den nötigen Sparmaßnahmen zu erlahmen. Das Grundproblem bleibt. Es basiert alles auf Pump.

Aus den bei Rohstoffspekulanten so beliebten US-Bestandszahlen lässt sich wenig zum Ölmarkt ableiten. Die Rohölbestände sinken angesichts einer stärkeren Auslastung der Raffinerien. Zeitgleich steigen die Bestände der von ihnen hergestellten Produkte. Die Fahrsaison in den USA hat noch keine große Auswirkung. Die vom DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) ermittelten Zahlen lauten wie folgt:

Rohöl: -3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +3,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,5 (DOE) bzw. ein Abbau von 2,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 90 Prozent.

Heute Morgen zeigen die Preise weiterhin keinen neuen Trend. Sind zappeln um den gestrigen Schlusskurs herum. Die Tonne Gasöl kostet 979,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98.63 und in London zu 118,38 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 70,07 Eurocent.

Unsere Heizölpreise gaben dank einer kleinen Erholung des Euro etwas nach. Die letzte Aufwärtsbewegung ist nun in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Wir erwarten, dass die Politik so weiter macht wie bisher. Dies bedeutet, dass Griechenland neue Hilfen bekommt und die USA ihre Schuldengrenze ebenfalls erhöhen. Diese Gelder gehen entweder in den privaten Konsum oder bleiben als Anlage im Finanzmarkt. Beide Auswirkungen sind dazu geeignet, den Ölpreis steigen zu lassen. Die Gefahren für die Weltwirtschaft wegen eventueller Sparprogramme bestehen daneben auch. Allerdings wirken diese viel später und sind noch ungewiss. Man sollte die Heizölpreise eng verfolgen, um kurzfristige Einbrüche nicht zu verpassen. Dabei kann unser Preisalarm hilfreich sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Hierfür können wir ein Heizsystem empfehlen, das eine spätere Umstellung des Brennstoffs und eine jederzeitige Zuschaltung von Solarkollektoren ermöglicht. Heizung modernisieren!

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