Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Bestandsdaten stoppen Preisrückgang

Der Markt war bärisch. Die US-Bestandsdaten haben die Stimmung durchkreuzt. Nach abermals enttäuschenden Zahlen bekommt die Preisbewegung wieder eine bullische Note. Die Raffinerieverfügbarkeit ist deutlich gestiegen. Hierin liegt die Hoffnung der Bären. Der Dollar setzt seinen Rückgang fort. Auf Grund der guten Konjunktur in Europa und der Sorge vor einem Absturz der US-Wirtschaft ist der Euro stark wie selten. Er nähert sich seinem Allzeithoch.

Der Iran ließ die Welt gestern mit der Meldung aufhorchen, dass er seine Urananreicherung mittlerweile mit 1300 Zentrifugen in einer unterirdischen Fabrikanlage betreibt. Die Nachricht wurde an der Börse ruhig aufgenommen. Die befand sich zu dem Zeitpunkt eher in Preissenkungslaune. Längerfristig bietet Teheran mit seinen Atomaktivitäten erhebliches Preissteigerungspotenzial.

Auf deutlich mehr Interesse als der Atomkonflikt stießen die US-Bestandsdaten. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) hatten wieder schlechte Zahlen vorbereitet. Die Institutionen verkünden seit Monaten einen Bestandsrückgang. Die Zahlen i.E.:

Rohöl: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,5 (DOE) bzw. 4,2 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind geringer als vor einer Woche. Sie liegen auf Höhe des Vorjahres. Die Raffinerieverfügbarkeit steigt auf 90 Prozent. Der Wert ist immer noch nicht gut. Dennoch kann er als Lichtblick gefeiert werden, gibt er doch Hoffnung, dass die beängstigende Schwäche der US-Raffinerien überwunden sein könnte.

Das Ausmaß des Bestandsrückgangs ist mittlerweile erheblich. Es zeigt, dass die Phase des Bestandsaufbaus vorüber ist. Diese dauerte von 2004 bis 2006. Am Beginn lag der Gesamtbestand rund zehn Prozent unter dem aktuellen Wert. In der Spitze lag er fünf Prozent darüber. Der Bestand liegt heute knapp unter seinem langjährigen Mittel. Deutlich schlechter steht es um den Benzinvorrat. Der liegt sechs Prozent unter dem Durchschnittswert. Vor allen Dingen liegt er unter 200 Mio. Barrel. Die Marke gilt als Grenzwert für das Auftreten von Versorgungsproblemen. Der Heizölvorrat liegt ebenfalls unter dem langjährigen Mittel. Das fällt vor allen Dingen deswegen negativ auf, weil der Winter keinen hohen Verbrauch erzwang.

Nach der gestrigen Preisbewegung lassen die Chartkonstellationen den Schluss zu, dass die Gegenbewegung bereits beendet sein könnte und der Aufwärtstrend fortgesetzt wird. Einzige Hoffnung, dass dies nicht so sei, ist der fundamentale Aspekt der steigenden US-Raffinerieverfügbarkeit.

Heute Morgen gibt es wenig Grund dieser Hoffnung zu frönen. Der Preis für Gasöl steigt wieder. Die Tonne kostet 572,75 $. Gestern lag ihr Preis zeitweise bei 564 $.

Unsere Heizölpreise werden vom Dollar begünstigt. Daher steigen sie kaum. Wenn der Weltmarkttrend wieder auf Aufwärts schaltet, werden sie sich allerdings nicht widersetzen können. Etwas Besseres als ein Seitwärts wird schwer zu realisieren sein. Die Preisentwicklung verläuft bisher ähnlich wie im Vorjahr, lediglich auf einem etwas niedrigeren Niveau. Ein gänzlich anderes Erscheinungsbild brächte ein schwerer Hurrikan oder eine politische Eruption.

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