Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Bewegung ohne Veränderung

Die Marktteilnehmer wurden gestern ohne Erkenntnisse über die weitere Bewegungsrichtung der Preise in den Feierabend geschickt. Die Nachrichtenlage bot ein ausgewogenes Bild, das sich schließlich in nahezu unveränderten Preisen widerspiegelte.

Für Aufwärtsdynamik sorgte die Meldung aus dem Irak, dass eine Pipeline erneut Ziel eines Anschlags wurde.

Die Preise fielen, nachdem das amerikanische DOE (Department of Energy) einen Bericht veröffentlichte, der in den kommenden Wochen eine deutliche Zunahme der US-Ölvorräte prognostiziert. Kenner des Ölmarktes halten das zumindest beim Rohöl für realistisch, da in der Phase der Raffinerieumstellungen von Benzin auf Heizöl weniger Rohöl verarbeitet wird. Der DOE-Einschätzung liegt die Erwartung zu Grunde, dass die allgemeine Nachfrage nach Produkten schrumpft.

Unterstützung bekamen die fallenden Preise durch eine Meldung der IEA (Internationale Energie Agentur), die zu wissen glaubt, dass die OPEC auf ihrem Meeting am 24. September die Förderquoten erhöhen wird. Die Aussage wurde allerdings aus OPEC-Kreisen umgehend dementiert.

Die latenten Problemherde Nigeria und Venezuela hatten keinen Einfluss auf die Preisbildung. Derzeit ist der Ölhandel trotz der Ungewissheit über die Preisentwicklung relativ entspannt. Händler geben an, dass die permanenten Störungen aus dem Irak nur noch wenig Einfluss ausüben. Man hat das Land als wichtigen Ölproduzenten für dieses Jahr abgeschrieben. Daher könnten nur positive Meldungen überraschen.

Vor dem Hintergrund einer ausgewogenen Nachrichtenlage hat die Preisbewegung weiterhin eine starke technische Komponente. Und die zeigt eher fallende Preise an.

Beim Dollar, der die europäischen Ölpreise mitbewegt, ist die Charttechnik derzeit unentschieden. Wir wagen die spekulative Einschätzung, dass es kurzfristig wieder aufwärts gehen wird.

Heute Morgen holt der Gasölpreis den Rückgang des späten Handels nach. Er hatte über Nacht die anfänglichen Kursgewinne gehalten. Mit 230$ pro Tonne zeigt er kaum Veränderung zum gestrigen Frühkurs.

Unsere Heizölpreise zeigen sich unbewegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie weiter fallen, schätzen wir als hoch ein. Einzig das Steigerungspotential des Dollars könnte dagegen halten. Der umgekehrte Fall, dass die Preise kurzfristig steigen, hat momentan kaum eine Chance.

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