Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Billiger wird es nicht

Es sieht sehr danach aus, dass sich der schwache Aufwärtstrend verfestigt. Neben den charttechnischen Zeichen spricht auch die fundamentale Lage für diese Annahme. Die preistreibenden Aspekte kommen von der OPEC, aus dem Nachkriegsirak und aus Nigeria. Aber auch die USA tragen mit ihren hausgemachten Problemen dazu bei. Preisdrückende Themen stehen nicht zur Diskussion.

Die OPEC-Führung versucht die Mitgliedsstaaten am kommenden Donnerstag zu einer Rückkehr in die Quotierung und zu einer Lieferkürzung von mindestes 1 Mio. Barrel pro Tag zu bewegen. Begründet wird dies mit einer Überversorgung des Marktes, die einen raschen Preisverfall zur Folge haben wird. Da eindeutige Indikatoren für die postulierte Überversorgung fehlen, vermuten wir, dass die OPEC-Vordenker diese aus einem Nachfragerückgang im laufenden Quartal ableiten. Inzwischen warnt aber selbst die IEA (Internationale Energie Agentur, Paris) vor einer voreiligen Reduktion der Lieferungen. Offensichtlich hat man auch in Paris Zweifel an der Sichtweise der OPEC.

Im Nachkriegsirak ist der Zwist entbrannt, wer das Sagen über die Ölproduktion haben soll. Da eine einvernehmliche Lösung kaum zu erwarten ist, wird die Wiederaufnahme der Produktionsfähigkeit mit großen Reibungsverlusten einhergehen. Die von George Bush proklamierte schnelle und große Lieferfähigkeit des Landes bleibt damit bis auf Weiteres reine Utopie.

In Nigeria, das zu den großen Ölproduzenten der Erde zählt, läuft die Förderung weiterhin auf halber Kraft. Ähnlich wie vor der Jahreswende in Venezuela begehrt das Volk mit Streiks und Unruhen gegen die politische Führung des Landes auf. Zwar sind die Präsidentenwahlen inzwischen gelaufen. Der alte Präsident Olesegun Obasanjo wird auch der neue Präsident sein. Aber eine gerechte und dem Reichtum des Landes entsprechende Versorgung der Bevölkerung wurde bisher nicht aufgebaut. Es besteht wenig Hoffnung, dass sich das nun ändert. Daher bleibt die Gefahr von Streiks und Produktionseinschränkungen latent.

In den USA beginnt die Reisezeit. Mit ihr geht ein deutlicher Nachfrageschub für Benzin einher. Weder die Lage bei den Benzinvorräten noch die Situation der Raffinerien in den USA ist besonders komfortabel, um einem Nachfrageanstieg locker entgegensehen zu können. Analysten befürchten Lieferengpässe in den kommenden Monaten, die immer wieder Anlass für Preissteigerungen geben könnten. Mittelbar wirkt die schlechte Lage der Heizölvorräte ebenfalls belastend.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis leicht an. Da Europa nach dem langen Osterwochenende aber noch nicht vollkommen in das Handelsgeschehen zurückgekehrt ist, wird sich erst im Tagesverlauf ein realistischer Preis ergeben. Die Tonne kostet derzeit 244$.

Unsere Heizölpreise ziehen ebenfalls leicht an. Aber auch hier wird die Preisbildung im Tagesverlauf an Kontur gewinnen. Als grobe Marschrichtung gehen wir von einem leichten Aufwärtstrend aus. Das aktuelle Niveau ist trotz des Anstiegs der letzten Wochen weiterhin als kaufenswert einzustufen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen