Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Bomben und Sturm

Der Markt reagierte äußerst nervös mit Ausschlägen um 8% auf die Bombenanschläge in London. Schließlich fand er aber erstaunlich schnell zu seinem dominanten Trend zurück. Der weist nach oben. Treibende Kraft ist momentan der Hurrikan Dennis, der am Wochenende westlich von Florida erwartet wird. Der Dollar gab gestern unwesentlich nach.

Die normalerweise fieberhaft erwarteten Vorratsdaten wurden gestern an den Rand gedrückt. Sie haben durchaus kursrelevantes Potential. Das konnte sich aber kaum entfalten. API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) legten folgende Daten vor:

Rohöl: -2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)

In Summe beträgt der Abbau 0,5 (DOE) bzw. 2,0 (API) Mio. Barrel. Die Importe gingen zurück. Die Raffinerieverfügbarkeit ist hoch. Die Produktion von Heizöl und Benzin läuft auf Rekordniveau. Das wird sich auf Dauer kaum halten lassen.

Im Jahresvergleich ist die Bevorratung befriedigend. Insbesondere die Heizölbestände entwickelten sich den Umständen entsprechend gut. Das lässt die Sorge um eine Verknappung im vierten Quartal als etwas übertrieben dastehen. Dessen ungeachtet laufen die Preise trendkonform. Der Aufwärtstrend wird ansatzweise durch den Langzeitchart der Vorräte untermauert. Der zeigt nämlich eine über Jahre fallende Linie. Diese weist in der Tat auf Versorgungsengpässe hin. Dass sie aber bereits im kommenden Winter zu spüren sein sollen, ist hohe Spekulation.

Die durchaus bärischen Kraft der Bestandsdaten verpuffte am herannahenden Sturm Dennis. Was dem kleinen Vorläufer Cindy noch nicht gelang, schafft Dennis. Er hat sich zu einem Hurrikan aufgebaut. Allein das Wort setzt bullische Emotionen an den Börsen frei. Zu gut hat man die verheerenden Auswirkungen des Hurrikans Ivan im letzten vor Augen. Durch ihn kletterte der Preis für Rohöl über die 50$-Marke. Von den Ausfällen konnte sich die US-Ölindustrie lange nicht erholen.

Der Terroranschlag in London wird den Ölmarkt dagegen nicht nachhaltig verändern. Ein Einfluss auf die Weltwirtschaft insbesondere in den starken Wachstumszonen wird nicht erwartet. Daher werden die Bomben nur als eintätiger Piek im Preischart zurückbleiben.

Charttechnisch bleibt alles wie es war. Der langfristige Aufwärtstrend zieht gelassen seine Bahn. Das gilt sowohl für Rohöl als auch für Heizöl. Allenfalls kleine Übertreibungen werden durch die Bestandszahlen und den Terroranschlag korrigiert. So etwas stärkt einen Trend im allgemeinen.

Heute Morgen kommt der Gasölpreis den Regionen von gestern Früh bereits wieder sehr nah. Die Tonne kostet 551,50$.

Unsere Heizölpreise reagierten nicht auf die Preiseskapaden am Weltmarkt. Die Raffineriegesellschaften hielten die Inlandspreise gestern hoch. Mittlerweile haben sich die starken Wellen geglättet. Übrig bleibt eine kleine Differenz, die heute vermutlich in etwas nachgebenden Preisen zum Ausdruck kommen wird. Da der langfristige Aufwärtstrend vollkommen ungebrochen verläuft und deutliche Verteuerungen für die nächsten Monate erwarten lässt, sollte ein Rückgang zum Kauf genutzt werden. Dabei betonen wir, dass die Preise aktuell hoch sind. Wenn wir dennoch zum Kauf raten, geschieht das nur, weil wir noch weit höhere Preise erwarten.

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