Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Brand gibt weiter Feuer

Drei Themen bewegen zur Zeit die Preise an den Ölbörsen. Zum Einen ist es der Atomstreit mit dem Iran. Zum Anderen ist es der bestehende und erwartete Benzinbedarf der USA und des Weiteren die Raffineriekapazitäten-Knappheit. Zum letzteren Thema wurde gestern gemeldet, dass es in einer BP-Raffinerie in den USA für zwei Stunden brannte.Bei nach wie vor hohem Engagement an den Ölmärkten wird die allgemeine Lage, also die politische Situation, die Lager- und die Raffineriekapazitäten, von den Teilnehmern als bullish und damit als preistreibend bezeichnet. Insbesondere der Konflikt mit dem Iran bietet hohes Potenzial die Preise anziehen zu lassen.Der jetzige Unfall in der US-Raffinerie der BP in Whiting, Indiana zeigt wieder einmal die Anfälligkeit der US-Infrastruktur und was der Markt von ihr hält. Ohne dass bisher verlautbart wurde wie groß die Schäden sind oder ob überhaupt ein Teil der 410.000 Barrel, die pro Tag in der Raffinerie umgesetzt werden, in Mitleidenschaft gezogen werden, stieg der Ölpreis weiter an.Dieser Effekt wird durch den Bedarf an Benzin, den die USA zur Zeit haben und der auf Grund der Reisesaison noch aussteht, verschärft. Zur Zeit gibt es zu wenig Benzin in den USA. Dies wird hauptsächlich durch genau diese ?maroden? US-Raffinierien verursacht, die seit geraumer Zeit unter ihren Möglichkeiten laufen müssen. Die USA ziehen laut Analysten im März bereits 1,5 Mill. Tonnen Benzin vom europäischen Markt ab. Dies im Gegensatz zu den 0,8 Mill. Tonnen im Februar. Es bleibt abzuwarten, was erst noch passiert, wenn die Reisesaison im wahrsten Sinne des Wortes ?auf Touren kommt?.Der dritte Aspekt ist der Iran-Konflikt, der sich durch die Festnahme der 15 britischen Marinesoldaten zugespitzt hatte. Der Iran wirft Großbritannien einen aggressiven Akt vor, weil sich die Soldaten auf iranischem Hoheitsgebiet aufgehalten haben sollen. Großbritannien bestreitet dies natürlich und behauptet, dass sie sich auf irakischem Hoheitsgebiet befanden. Die Wahrheit wird wohl verborgen bleiben. Der UN-Sicherheitsrat hatte, wie gestern berichtet, die Sanktionen gegen den Iran verschärft, was den Iran wieder die Möglichkeit gab, den Beleidigten zu mimen. Dieses perfide Spiel wird wohl noch eine Weile weitergehen und damit die Märkte in Atem halten. Für die Verbraucher heißt dies wieder mal, dass die Preise eher steigen als fallen.Gefallen war aber der Dollar. Nach überraschend schwachen Daten vom US-Immobilienmarkt fiel der Dollar gestern stark. Damit haben zumindest die Europäer etwas Hoffnung, das Öl günstiger einkaufen zu können, da sie an die nötige Währung günstiger heran kommen.Heute Morgen kostet das Gasöl 552,50 $ pro Tonne. Es ist damit teurer als gestern und rund 30 Dollar teurer als letzte Woche.Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Eine kurzfristige Entspannung ist technisch möglich. Grundlegend überwiegen die Anzeichen, dass die Heizölpreis-Entwicklung mittelfristig neutral bis anziehend verläuft. Auf Grund der nun rasant gestiegenen Preise ist der inländische Handel erst einmal wieder geringer geworden.

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