Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Bullen bekommen mehr Futter

Börsianer ließen sich in diesen Tagen durchaus für eine neutrale Einstellung und damit für einen Seitwärtstrend gewinnen. Die Fakten zwingen ihnen aber einen Bullenpfad auf. Diese Fakten waren gestern unerwartet schlechte US-Bestandsdaten. Am Ende des Handelstages war der Aufwärtstrend wieder hergestellt. Nun bedarf es hoher Argumentationskunst, um die Wirkung der misslichen Zahlen zu drehen. Der Dollar hält am Seitwärtstrend fest. Gestern ging es erneut abwärts.Nachdem die zuletzt starken Impulse, Atomstreit mit dem Iran und mögliche Abkühlung der Weltwirtschaft ihre Wirkung einbüßten, waren die Erwartungen auf die US-Bestandszahlen gerichtet. Ein Aufbau hätte den Rohölpreis durchaus wieder unter die 60-Dollar-Marke drücken können. Dazu kam es nicht. Im Gegenteil, der Abbau fiel bemerkenswert deutlich aus. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) hatten in allen Disziplinen Minuszeichen zu melden.Rohöl: -4,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -6,6 Mio. Barrel (API)Heizöl und Diesel: -1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)Benzin: -3,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -7,4 Mio. Barrel (API)In Summe ergibt sich ein Abbau von 9,9 (DOE) bzw. 14,9 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind abermals geringer als vor einer Woche und vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit steht weiterhin bei schwachen 86 Prozent. Der Wert dokumentiert einmal mehr das Problem der USA. Die Ölinfrastruktur funktioniert nur unzureichend.Gegenüber dem Vorjahr sind die Vorräte um knapp fünf Prozent zurückgegangen. Einen festen Zusammenhang zwischen Vorräten und Preisen gibt es nicht. Dennoch sind die Vorräte aktuell ein Grund für den Umstand, dass sich die Ölpreise den Vorjahreswerten annähern. Danach sah es im Januar noch nicht aus. Man konnte eher annehmen, dass ein deutlich tieferes Niveau als im Vorjahr erreicht wird. Hierfür sprach nicht zuletzt der milde Winter, der einen unterdurchschnittlichen Verbrauch erlaubte.Durch die Bestandsentwicklung der letzten Monate verliert die langjährige Darstellung den Charakter eines ungewöhnlichen Anstiegs in der Gegenwart. Die Kurve der Vorratsentwicklung scheint eher in eine abnehmende Phase zu gleiten.Neben der Bestandsentwicklung und der negativen Raffineriesituation in den USA werden die bullischen Kräfte weiterhin vom Atomstreit mit dem Iran inspiriert. Aktuell ist es um das Thema ruhiger geworden. Die Diplomatie scheint erneut an Boden zu gewinnen. Gleichwohl kann jederzeit ein Paukenschlag folgen.Der Einfluss bärischer Stimmungen ist dürftig. Die zuletzt gehandelten Themen Dämpfung der chinesischen Binnenkonjunktur, Abkühlung der US- und der Weltwirtschaft werden bereits wieder gegenteilig diskutiert. So bleibt allenfalls die Versorgungslage insgesamt. Sie ist mit Ausnahme der zitierten US-Problematik gut. Da das als Normalität empfunden wird, lassen sich hieraus kaum Handelsimpulse ableiten.Heute Morgen steigt der Gasölpreis weiter an. Die Tonne kostet 542,50 $.Unsere Heizölpreise steigen moderat. Die Vorgaben des Weltmarkts werden vom fallenden Dollar gedämpft. Der Dollarkurs ist auch dafür verantwortlich, dass Heizöl deutlich günstiger ist als vor einem Jahr. In den Weltmarktpreisen ist diese Differenz viel geringer. Mit den aktuellen Vorgaben sind die Chancen für die erwartete Seitwärtsbewegung der Heizölpreise gesunken. Die Prognose tendiert zu Preisanstieg.

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