Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Bullen jubeln

In der Nacht wurde der elektronische Handel der NYMEX (New York Mercantile Exchange) wieder aufgenommen. Es dauerte nicht lange, bis Rohöl mit 35,54$ pro Barrel ein neues 10-Monats-Hoch erreicht hatte. Die Ölrallye scheint momentan grenzenlos zu sein. Die extremen Kurse zu Beginn des Irakkriegs rücken bereits im Visier.

Die einzige fundamentale Veränderung gegenüber der Vorwoche besteht darin, dass die Temperaturen in den US-Heizölregionen kälter sind als erwartet. Alle anderen Umstände, leere Rohöltanks, gut gefüllte Heizöltanks, Zurückhaltung der OPEC zu einer geforderten Erhöhung der Fördermengen, Probleme im Irak wurden zur genüge gehandelt. Sie sollten in den Preisen verarbeitet sein.

Dass es dennoch weiter bergauf geht, liegt an der bullischen Stimmung und ihrer Eigendynamik für Preissteigerungen. Die Charttechnik lässt kaum etwas anderes zu als steigende Kurse. Die für die Preisbildung so wichtigen Fonds haben in der letzten Wochen nur wenig bullisches Potential abgebaut. Immer noch ist Zahl der spekulativen Long-Kontrakte sensationell hoch.

Es gibt allerdings Fakten, die einen langfristigen Preisanstieg rechtfertigten. Sie werden im täglichen Handel kaum thematisiert. Vor Kurzem wurden neue Zahlen über die Weltölreserven bekannt. Sie sind abermals gestiegen. Es gibt so viel bestätigte und wirtschaftlich förderbare Vorräte wie niemals zuvor. Doch kaum waren die Zahlen veröffentlicht, schockte die Shell die Welt mit der Meldung, dass die Gesellschaft ihre Reserven um 20% reduzieren muss. Eine Neubewertung machte die Korrektur erforderlich. Damit hat Shell nur noch Öl- und Gasreserven für gut 10 Jahre bei der aktuellen Fördermenge.

Zweifel werden laut, ob die bekannten Angaben über die weltweiten Öl- und Gasreserven der Realität entsprechen. Die verfügbaren Mengen könnten erheblich geringer sein. Der Bedarf an Öl und Gas wächst derweil rasant. China ist mittlerweile zum zweitgrößten Konsumenten aufgestiegen. Der Ölbedarf könnte gegenüber dem Vorjahr in diesem Jahr um 80% wachsen. Zwischen 10% und 15% der Weltölförderung werden die Chinesen verbrauchen.

Die Aussichten rechtfertigen in der Tat einen langfristigen Aufwärtstrend der Öl- und Gaspreise. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um tagesbestimmende Fakten.

Der Gasölpreis überwindet wieder die 280$-Marke. Die Tonne kostet heute Morgen 281$.

Unsere Heizölpreise steigen. Die Dollarveränderung schafft keine ausreichende Kompensation gegen die Vorgaben des Weltmarktes. Angesichts des stabilen Aufwärtstrends für Rohöl müssen wir ebenfalls mit weiter steigenden Preisen rechnen. Bisher hielten sich unsere Heizölpreise in einer seitwärts verlaufenden Handelsspanne. Kurzfristig besteht noch kein Grund, ihren Bruch zu prognostizieren. Gefahren für einen Bruch rücken allerdings näher.

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