Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Bullen voll im Geschäft

Die Ölnotierungen steigen immer weiter. Ihr Aufwärtstrend ist intakt. Bemerkenswert ist weniger die Steilheit des Anstiegs, er ist vergleichsweise moderat, als die Konstanz der Entwicklung. Sie steht konträr zum realen Markt. Der wird unter anderem durch Lagerbestände beziffert. Für die USA unterstreichen die Bestände die gute Versorgungslage. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die berichtenden Institutionen, melden seit Jahren hohe Gesamtvorräte. Nur während weniger Wochen in diesem Jahrtausend waren sie höher als gegenwärtig. Die Heizölbestände sind im historischen Vergleich zwar eher gering. Der warme Winter in den USA ließ den Bedarf aber weiter sinken, sodass auch in diesem Bereich nichts auf fehlendes Öl und Knappheit hindeutet. Die aktuellen Bestandsdaten lauten wie folgt:

Rohöl: +5,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,6 (DOE) bzw. 4,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 85 Prozent. Das ist gering. Der Wert spiegelt eine schwache US-Binnennachfrage wieder. Sie zwingt Raffineriegesellschaften, ihr Angebot durch Stilllegung von Kapazitäten zu reduzieren, um einem Preisverfall entgegenzuwirken. Bisher ist ihnen das gelungen.

Dass die Ölnotierungen trotz der guten Versorgungslage steigen, wird mit der Spekulation auf steigende Ölnachfrage begründet. Diese soll nicht nur global, sondern auch lokal für die USA eintreten. Erstes wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zutreffen, zweites nicht. Es gilt als sicher, dass das Angebot die Nachfrage für Jahre übersteigen wird. Somit fällt der physische Ölmarkt als Grund für steigende Preise eigentlich aus. Allenfalls extreme politische Störungen könnten den Befund ändern.

Steigende Ölnotierungen können momentan nur über den Finanzmarkt begründet werden. Der wird nach wie vor mit frischem Geld versorgt. Gestern beschloss die FED (US-Notenbank), ihre Politik des lockeren Geldes fortzusetzen. Dadurch erhält der Aufwärtstrend im Nachhinein seinen Segen. Die Finanzszene hat aus ihrer Sicht gut spekuliert. Nun wird die Luft mal wieder recht dünn für weitere Gewinne. Zudem deuten die Arbeitslosenzahlen in den USA an, dass der breite Aufschwung nicht eintritt. Es könnte also sein, dass der Aufwärtstrend der Ölnotierungen in eine Seitwärtsbewegung übergeht. Längerfristig sollte er sogar eine Umkehr hinlegen. Ein tiefer Fall steht derzeit aber nicht auf dem Programm. An den sollte man erst denken, wenn eine schwere Preisübertreibung identifiziert wird.

Heute Morgen deutet sich eine Änderung der Börsenstimmung an. Ob sie sich tatsächlich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Für die Tonne Gasöl werden 993,50 Dollar bezahlt. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,86 Dollar und in London zu 114,95 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 73,77 Eurocent.

Unsere Heizölpreise steigen. Zu einem kleinen Teil geht die Änderung auf das Konto der Börsen. Der Aufwärtstrend der Ölnotierungen übertrifft den Abwärtstrend des Dollars. Der größere Teil des Anstiegs resultiert aus dem Bemühen von Raffineriegesellschaften und Importeuren, die geringen Margen aufbessern zu wollen. Die schwache Nachfrage im Binnenmarkt könnte den Plan allerdings vereiteln. Unabhängig vom Ergebnis der Bemühung kann man konstatieren, dass die aktuellen Preise für einen notwendigen Heizölkauf akzeptabel sind. Sie liegen auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr. Wer jetzt nicht kaufen muss, kann die Spekulation auf tiefere Preise im Jahresverlauf riskieren. Mit etwas Glück kommt dabei ein schöner Vorteil heraus. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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