Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Bullen wieder obenauf

Der Abwärtstrend der Ölpreise findet nicht mehr statt. Die Wiederbelebung der Anlegerlust hatte bereits am Vortag Zweifel an einer Fortsetzung des Preisrückgangs genährt. Gestern kam die Bestätigung. Miserable US-Bestandsdaten brachten die Bullen scharenweise zurück auf das Parkett. Sie feierten eine Wiederauferstehungsparty mit einem satten Kursgewinn von über vier Prozent. Der Dollar schmierte weiter ab, weil der Euro durch den überraschend gut ausgefallenen ifo-Geschäftsklimaindex gestärkt wurde. Damit wird eine Zinssenkung in Euroland immer unwahrscheinlicher.

Ob der gestrige Preissprung tatsächlich die Rückkehr des Aufwärtstrends einläutete, ist nicht gewiss. Hinter der Kursrallye verbirgt sich möglicherweise mehr Schein als Sein. So schnell dürfte die Verunsicherung der Anleger nicht verflogen sein. Weder ist die Bankenkrise ausgestanden noch ist die US-Konjunktur gerettet. Die Börse wird im Laufe des Jahres noch einige Schlechtwetterfronten erleben. Und die werden den Bullen an die Nerven gehen. Es bleibt also bei „alles ist möglich“.

Über weite Strecken trotzten die Spekulanten der US-Konjunkturschwäche mit dem Hinweis auf das chinesische Wirtschaftswachstum. Das soll auch in diesem Jahr die Basis für die gut laufende Weltkonjunktur sein. China hat seit einiger Zeit mit einer bedrohlich steigenden Inflation zu kämpfen. Bisher haben Volkswirte und Banker kein probates Mittel dagegen gefunden. Nun beginnt die Gewissheit über den unaufhörlichen Aufstieg Chinas zu bröckeln.

Die wesentliche Meldung des Tages kam aus der Feder des DOE (Department of Energy) in Form rückläufiger Bestandszahlen. Den Gegenpart übernahm einmal mehr das API (American Petroleum Institute) mit einer schwach steigenden Bestandsdarstellung. Diese wurde von den fröhlichen Bullen ignoriert. Es bleibt abzuwarten, ob sie heute hinschauen. Folgende Werte wurden verkündet:

Rohöl: +0,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: -3,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 5,6 (DOE) bzw. ein Aufbau von 0,3 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind deutlich geringer als vor einer Woche und vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit ist abermals gesunken auf nun 82 Prozent. An schlechte Zahlen der US-Raffinerien hat man sich gewöhnt. Aber mittlerweile steckt in dem Komplex aus Importen und Raffinerieverfügbarkeit ein Hauch von Miedergang der Volkswirtschaft. Man weiß nicht, ob man das bullisch oder bärisch aufnehmen soll. Gestern kam es zu einer eindeutigen Entscheidung. Sie brachte die Benzinpreise auf ein Jahreshoch.

Durch die zweimal in Folge deutlich gesunkenen Bestände (nach DOE-Rechnung) sieht die aktuelle Bevorratung in einer langfristigen Betrachtung nennenswert schlechter aus. Vor zwölf Monaten gab es mehr Ware in den Lagern. Grund zu einer Versorgungssorge gibt es allerdings nicht. Vor drei und vor fünf Jahren wurde weniger Öl bevorratet. Damals brummte die Konjunktur.

Heute Morgen halten sich die Preise auf dem gestern erreichten Niveau. Die Tonne Gasöl kostet 956,00 $. Es bleibt abzuwarten, wohin sich der Preis im Tagesverlauf bewegen wird. Jede Richtung ist denkbar.

Unsere Heizölpreise ziehen spürbar an. Die Deutlichkeit des Weltmarkts wurde bisher allerdings nicht umgesetzt. Dagegen stand der sinkende Dollarkurs. Die Chancen für einen erneuten Preisrückgang stehen schlecht. Vollkommen unmöglich ist er jedoch nicht. Auf einen besseren Preis zu hoffen und zu warten, ist eine nur allzu menschliche Herangehensweise. Wir unterstützen sie mit unseren Informationen. Zu Handeln und den Heizölverbrauch zu senken, ist eine andere Art, mit dem Thema umzugehen. Auch die unterstützen wir mit dem Instrument www.esytrol.com.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen